Vedad Ibisevic und Peter Pekarik, hier im Duell mit Mathew Leckie, (v. l.) machten sich für Hertha zuletzt unverzichtbar. 
Foto:  Matthias Koch

BerlinMit der Renaissance von Peter Pekarik, 33, und Vedad Ibisevic, 35, hätte wohl im Herbst keiner mehr gerechnet. Seitdem jedoch Bruno Labbadia in Westend als Cheftrainer das Sagen hat, stehen bereits aussortierte Routiniers bei den Berlinern wieder hoch im Kurs. Gelingt Hertha mit den beiden Oldies am Sonnabendabend im Topspiel beim Tabellenzweiten Borussia Dortmund der nächste Coup, sind gegen Ende der turbulenten blau-weißen Saison sogar die internationalen Plätze in Reichweite. Und Manager Michael Preetz könnte im durch die Corona-Krise ohnehin schon schwer planbaren Transfer-Sommer vor einer weiteren kniffligen Aufgabe stehen.

Denn die Verträge von Pekarik und Ibisevic laufen im Sommer aus. Doch weder der Slowake noch der Bosnier verschwenden einen Gedanken an ein Karriereende, hoffen vielmehr auf einen neuen Arbeitsvertrag. Geht es nach deren Leistung, müsste Preetz den Grundsatz anwenden: Im Zweifel für die Oldies. Sowohl der Rechtsverteidiger als auch der Mittelstürmer erleben unter Labbadia einen Wandel vom Dauerreservisten zum Dauerbrenner.

In allen vier Spielen seit dem Neustart stand das Duo in der Startelf – und überzeugte: Pekarik verdrängte Lukas Klünter, 24, ließ zusammen mit seinen Kollegen nur zwei Gegentreffer zu. „Peter ist jemand, der total unterschätzt wird. Er ist ein Top-Profi, der immer ein gewisses Level abruft und uns Stabilität verleiht“, lobt der 54-jährige Labbadia. Das gilt auch für Ibisevic. Der graue Leitwolf, unter Jürgen Klinsmann trotz der beharrlichen Ladehemmungen hinter dem mittlerweile nach Bremen verliehenen Davie Selke, 25, nur zweite Wahl, bedankte sich bei Labbadia mit zwei Toren und zwei Vorlagen und verdrängte so sogar 24-Millionen-Euro-Einkauf Krzysztof Piatek, 24, auf die Bank. Dass Erfahrung Trumpf sein kann, weiß Labbadia, der selbst erst mit 37 Jahren seine aktive Karriere beendete. Über Ibisevic sagt er: „Ich weiß, dass er ein Torjäger ist. Das verlernt man nicht.“

Mit der Ruhe von Pekarik und der Routine von Ibisevic will Labbadia Dortmunds Jungspunde einfangen. Überzeugen die beiden auch beim BVB, steckt Michael Preetz in einer Zwickmühle. Der Manager wird genau abwägen müssen, ob und zu welchen Bedingungen er den beiden ein neues Angebot unterbreitet, ob sie ihre starke Form auch noch im nächsten Jahr auf den Rasen bringen können, welchen Wert sie auch für das Innenleben des Teams haben.