Berlin/Mailand - Kürzlich erst war Valentino Lazaro oben. Ganz weit oben. Im USA-Urlaub kreiste der Mittelfeldspieler von Hertha BSC in einem Helikopter hoch über den Wolkenkratzern von Manhattan. Lazaro nahm seine knapp 50.000 Fans auf Instagram mit auf den Rundflug. Sein nächster Halt könnte allerdings schon in wenigen Tagen Mailand sein.

Der kicker berichtete über ein Gespräch zwischen Antonio Conte, 49, dem neuen Trainer von Inter Mailand, und Valentino Lazaro. Das deckt sich auch mit den Informationen der Berliner Zeitung. In einem Telefonat mit Lazaro machte Conte deutlich, dass er künftig auf ihn setzen will. Der Italiener, der im vergangenen Jahr noch mit dem FC Chelsea den Englischen Pokal holte, hat seinen zuvor angestrebten Plan mit Danilo, 27, von Manchester City über den Haufen geworfen. Der Brasilianer ist für Contes Spielausrichtung zu defensiv. Conte sucht in seinem 3-5-2-System auf der rechten Seite einen Kreativspieler, der sowohl defensiv als auch offensiv agieren kann – und ist bei Lazaro fündig geworden.

Italiener müssen erstes Angebot nachbessern

Der stilsichere Lazaro würde einen Wechsel in die Modestadt, wo er künftig in der Champions League spielen könnte, begrüßen. Der österreichische Nationalspieler ist ein großer Fan des italienischen Calcio und von Conte angetan. Auch wegen des bekannten Trainers zieht es den Sohn einer Österreicherin und eines Angolaners wohl ins Stiefelland.

Conte wurde 2012, 2013 und 2014 bei Juventus Turin dreimal in Folge zum Serie-A-Trainer des Jahres gewählt, feierte mit der „Alten Dame“ drei Meisterschaften und wurde 2017 englischer Meister mit Chelsea. Lazaro ist sich sicher, dass er unter Conte den nächsten Karriereschritt gehen kann.

Lazaro wäre schon 2012 fast in Mailand gelandet

Lazaro und Inter – schon vor sieben Jahren sollte es zu einem Transfer kommen. Lazaros langjähriger Berater Max Hagmayr, 62, selbst einst österreichischer Nationalspieler, hatte schon im Jahr 2012 ein Angebot der Nerazzuri für den damals 16-Jährigen von Red Bull Salzburg vorliegen. Der Wechsel scheiterte aber am Veto von Mutter Bettina, die wollte, dass ihr Sohn zunächst die Schule abschloss. Im zweiten Anlauf soll es nun klappen.

Hertha BSC, das im vergangenen Jahr knapp sieben Millionen Euro für Lazaro hinlegte, und Inter feilschen zurzeit noch um die Ablöse. Die Mailänder sollen ein erstes Angebot über 17 Millionen Euro plus zwei weitere in Form von Bonuszahlungen vorgelegt haben. Noch zu wenig für die Blau-Weißen. Eine Entscheidung soll in dieser Woche fallen. Lazaro wäre Contes erster Inter-Transfer.