In Bremen geht es für Union zurück in den Alltag

Für Werder steht als Drittletztem der Liga der Bundesliga-Tabelle wesentlich mehr auf dem Spiel als für die Gäste aus Berlin.

Berlin-Im Cup dürfen sie träumen. Beide. Doch nun stehen sich an diesem Sonnabend (15.30 Uhr) die beiden Viertelfinalisten Werder Bremen und 1. FC Union im Ligaalltag gegenüber. Ein Spiel mit dem gewissen Etwas. Denn an der Weser wurde die Partie gegen die Eisernen schon zum Schlüsselspiel ausgerufen.

Kann in Bremen wieder seine Spritzigkeit unter Beweis stellen: Union-Profi Neven Subotic.
Kann in Bremen wieder seine Spritzigkeit unter Beweis stellen: Union-Profi Neven Subotic.Imago Images

Natürlich möchte der Tabellensechzehnte gerne den Schwung aus dem unerwarteten Sieg über Dortmund mit in die Liga retten. „Wir haben gezeigt, dass gewisse fußballerische Dinge und unser Mut nicht weg sind. Dinge, für die wir stehen, sind doch noch da. Das wollen wir mitnehmen“, meinte Bremens Trainer Florian Kohfeldt. Der 37-Jährige erwartet allerdings am heutigen Sonnabend „ein komplett anderes Spiel“. Gegen den BVB war seine Mannschaft „der krasse Außenseiter“. Gegen den Bundesliga-Aufsteiger aus der Hauptstadt „ist die Ausgangslage komplett anders“.

Kohfeldt zollt Union Respekt

Das chaotische Hinspiel im Stadion An der Alten Försterei mit Gelb-Roten Karten für Neven Subotic und Nuri Sahin gewannen die Hanseaten. Die Gastgeber ließen sich auch durch drei Videoentscheidungen aus dem Tritt bringen, verloren in der hektischen Partie am Ende ein wenig die Übersicht. Nun, ein halbes Jahr später, soll das beim ersten Auftritt der Köpenicker im Weserstadion – in ihrer bisherigen Vereinsgeschichte hatten die Eisernen nur gegen die Bremer Reserve auf dem berühmt-berüchtigten Nebenplatz 11 antreten dürfen – nicht mehr passieren.

„Ich habe großen Respekt vor dem, was Union diese Saison leistet. Sie spielen bisher nicht nur punktemäßig eine bessere Saison als wir“, sagte Kohfeldt. „Sie werden wahrscheinlich nicht das Spiel dominieren und 90 Minuten mit Vollgas nach vorne spielen wollen. Wir müssen uns auf ein anderes Spiel einstellen, aber Union spielt eine gute Saison und weiß genau, wie sie Spiele gewinnen können.“ Kohfeldt hat Respekt angesichts der Tatsache, dass das Team von Urs Fischer schon sechs Punkte Vorsprung auf Werder aufweisen kann. Eine Niederlage können sich die Bremer also eher nicht leisten.

Folglich stellt sich Fischer auf eine kampfbetonte Partie ein. Ohne aber deren Bedeutung zu erhöhen, denn bislang sind die Köpenicker mit ihrer Fokussierung auf immer nur die bevorstehende Aufgabe recht gut zurechtgekommen. „Bremen ist bissig“, sagte Fischer. „Man hat in den Spielen zuvor gesehen, dass sie bereit sind die Aufgabe, gegen den Abstieg zu spielen, anzunehmen. Für Werder ist das noch mal eine andere Situation als für uns. Wir wissen seit dem ersten Tag um was es geht, die Zielsetzung Klassenerhalt ist seit Tag eins bei uns im Kopf. Sie sind zum Start der Saison von was Anderem ausgegangen, für uns war die Lage klar. Dass sie diesen Kampf angenommen haben, ein Kampf in dem wir uns seit Beginn befinden, zeigt, dass sie bereit sind.“

Schwächstes Heimteam der Liga

Ähnlich sieht das Christopher Lenz, der sich auf Bitencourts Kampfansage vor dem Pokal, der zufolge Werder die Dortmund nerven wollte, Bezug nimmt. „Das wollen wir auch. Denn das ist ja genau unsere Spielweise, dem Gegner den Schneid abzukaufen“, sagte Lenz vor dem Auftritt beim schwächsten Heimteam der Liga.

Groß rotieren wird Fischer wie zuvor im Pokal auch diesmal nicht. „Ein Fußballprofi sollte drei Spiel in einer Woche schaffen können. Wir haben nicht so viele englische Woche. Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft bereit ist“, sagte der 53-Jährige. Neven Subotic, der in Verl geschont wurde, kehrt für den gesperrten Marvin Friedrich in die Startelf zurück. Anthony Ujah dürfte an alter Wirkungsstätte für Marius Bülter weichen und zunächst auf der Bank Platz nehmen. Beim angeschlagenen Rafal Gikiewicz ist davon auszugehen, dass er auf die Zähne beißen wird. Für Marcus Ingvartsen, der sich ja auch eine Blessur beim 1:0-Sieg in Verl zugezog, sollte Yunus Malli auflaufen können.