In der Nachspielzeit kassiert der 1. Fc Union den Ausgleichstreffer von Nürnberg

Nürnberg - Es war Sebastian Polter, der die beste Zusammenfassung des Spiels lieferte: „Das war ein sehr gutes Spiel von beiden Mannschaften“, sagte der Stürmer des 1. FC Union. „Ein echtes Spitzenspiel, aber nicht wegen der Tabellenstände, sondern wegen der hohen Qualität und den wenigen Fehlern im Spiel.“ Einen Fehler hatte das Spiel aus Sicht der Berliner dann allerdings doch: das Ergebnis.

„Wenn du zwei Minuten vor Abpfiff führst, darfst du keinen Ausgleich mehr kassieren“, sagte Keeper Jakob Busk, der beim Kopfball zum 2:2 (90.+1) durch Hanno Behrens machtlos gewesen war und nicht als Einziger fand, dass sich seine Mannschaft in der Schlussphase von den wütend anrennenden Nürnbergern zu sehr in die eigene Hälfte hatte drücken lassen.

Der Club war allerdings auch in der Anfangsphase die bessere Mannschaft. Von diesem Offensivdrang schienen die Köpenicker überrascht zu sein, ehe sie sich in die Partie bissen und dann phasenweise sogar kontrollierten. „In den ersten 20 Minuten waren wir zu weit weg von den Gegenspielern“, ärgerte sich Coach Jens Keller dann auch über den verpatzten Start. „Danach haben wir das Spiel aber gut im Griff gehabt.“ Trotz des Nürnberger Chancenplus in der ersten Hälfte hätte allerdings auch Union in den torlosen ersten 45 Minuten in Führung gehen können. Nach Vorlage von Polter kam Damir Kreilach zum Abschluss, sein abgefälschter Ball verfehlte das Nürnberger Tor nur knapp (25.).

Schnell in den Fanshop

Kuriosum am Rande: Unions Keeper Jakob Busk lief im schwarzen Fanshirt mit Vereinslogo auf. Das Torwarttrikot wurde vergessen, weshalb man sich kurzfristig vor Ort im mobilen Fanshop bedienen musste. „Wir wollten mal etwas Neues probieren“, lächelte Keller den logistischen Fauxpas weg. Es gab ja auch erfreulichere Dinge zu kommentieren. Denn unmittelbar nach dem Wiederanpfiff ging sein Team in Führung: Nach tollem Pass von Steven Skrzybski lief Simon Hedlund frei auf Thorsten Kirschbaum zu und schoss das 1:0 (47.)

Doch die wütende Reaktion der Nürnberger wurde schnell belohnt. Nach schönem Zuspiel des starken Sebastian Kerk verlegte sich Cédric Teuchert auf einen technisch anspruchsvollen Hattrick und traf zum 1:1 (56.). „Da sieht man, was das für eine Riesen-Mannschaft ist“, lobte sein Trainer Michael Köllner. „Die schüttelt sich nach dem Rückstand kurz und ist gleich wieder voll da.“ Kurz nach dem Ausgleich ging es allerdings wieder ans Schütteln.

Denn Polter traf nach einem Eckball von Kreilach, zum 2:1 für Union – und das per Kopf (66.) aus nur drei Metern, was die Note im Arbeitszeugnis von FCN-Keeper Kirschbaum an diesem Nachmittag ein wenig nach unten zog.

„Das war eine unglückliche Aktion“

Ob es am erneuten Rückstand lag oder an der verletzungsbedingten Auswechslung von Kerk (73.) – das Nürnberger Spiel lahmte nun jedenfalls ein wenig. Trotzdem hätte Georg Margreitter fast noch den Ausgleich erzielt, doch Busk, der im ungewohnten Jersey gewohnt sicher spielte, konnte das Verhängnis noch einmal aufhalten (88.). Drei Minuten später war er dann geschlagen, als Hanno Behrens eine Flanke von Edgar Salli einnickte (90.)

Das 2:2 war der verdiente Endstand in einer Partie zwischen zwei Mannschaften, die zeigten, dass die Zweite Liga an lichten Tagen auch bessere Spiele zustande bringt als manche Partie eine Etage drüber. Wer die kurzweilige Partie sah, kann sich durchaus vorstellen, dass beide Teams auch am Ende der Spielzeit einen der vorderen Ränge belegen werden.

Dann im Falle der Köpenicker auch sicher wieder mit Grischa Prömel, der in der Nachspielzeit nach einem Foul an seinem ehemaligen Karlsruher Kollegen Enrico Valentini vom Platz flog. „Das war eine unglückliche Aktion“, sagte sein Trainer, der unmittelbar neben dem Ort des Geschehens gestanden hatte. „Ich glaube aber nicht, dass er ihn verletzten wollte. Die beiden haben ja letztes Jahr noch zusammen gespielt.“