Berlin - Wie Augsburg die herbe 1:5-Schlappe in Dortmund zum Liga-Start verarbeitet hat, ist bekannt. Die bayerischen Schwaben reagierten auf dem Transfermarkt und machten auch keinen Hehl daraus, dass der frühere Leverkusener Tin Jedvaj sowie der zuvor vertragslose Stephan Lichtsteiner am Sonnabend (15.30 Uhr) gegen den 1.FC Union vor ihrem Debüt stehen, wenn der Liga-Vorletzte auf den Träger der Roten Laterne trifft.

Trainer Urs Fischer hingegen wollte keine Rückschlüsse darauf zulassen, wie er denn diese Frustbewältigung angehen wird. Ob es also ein Spiel der zweiten Chance für die Leipzig-Verlierer geben wird oder ob er am Personalkarussell dreht. „Natürlich mache ich mir Gedanken, den einen oder anderen Wechsel vorzunehmen“, sagte Fischer und betonte nahezu im gleichen Atemzug, dass es aber auch Situationen gebe, in denen ein Spieler nach einer schlechten Leistung eine neuerliche Bewährungsprobe verdient.

„Der Start war nicht gut, das ist uns allen bewusst. Du hast Fehler gemacht, die du auf dem Niveau nicht machen darfst. Aber irgendwie die Weiße Fahne schwenken, nach nur einem Spiel, daran verschwende ich keinen Gedanken“, so Fischer.

Die Last des Favoriten verordnete der Fußballlehrer aufseiten der Gastgeber. Weil sie seit zehn Jahren in der Ersten Liga sind und einige Stürme dort gewettert haben. „Ein Sieg ist für sie Pflicht. Es liegt allein an uns, ob wir ihnen das Leben schwer machen können.“

Unabhängig davon, dass er von seinen Jungs mehr Gedankenschnelle fordert, was zum Leidwesen des 53-Jährigen im Training schwer zu simulieren ist, dürfte er schlussendlich doch ein wenig am Feintuning der Startelf arbeiten. So sollte der Einsatz von Sheraldo Becker nicht verwundern. Der Niederländer hatte gegen Leipzig durchaus für Schwung gesorgt nach seiner Hereinnahme für Suleiman Abduallahi.

Zudem deutet einiges auf den Einsatz von Marcus Ingvartsen hin, der ja in der Vorbereitung zu gefallen wusste. Dadurch könnte Christian Gentner eine Position nach hinten rücken, als Partner von Grischa Prömel auf der Doppelsechs auflaufen. Leidtragender wäre in dem Fall dann Robert Andrich.

Dass Union als Lernender in der Liga, in der es sich schnellstmöglich zu „adaptieren“ gelte, Erfahrung benötige, wies er zwar nicht zurück, doch sei das nicht der allein seligmachende Weg. Was daher nicht für das Debüt von Neven Subotic spricht. „Ich glaube, niemand kann besser beurteilen wie wir im Team, wo er sich befindet auf dem Weg zurück. Jetzt war er erst einmal auf der Bank und dann schauen wir mal, wie es weitergeht“, so Fischer.

Vielleicht kommen die Eisernen einfach schon dadurch besser ins Spiel, dass dieser Auftritt im Bayernland nicht so total überfrachtet wird wie das Bundesliga-Debüt als solches zuvor.

Die angespannten Nerven dürften also etwas weniger strapaziert sein als noch am Wochenende. „Wir haben“, so Fischer, die Möglichkeit zu zeigen, dass wir es anders können.“