Ronan Thomas jubelt auf dem Gewinner-Hengst In Swoop.
dpa/Daniel Bockwoldt

BerlinIn Swoop hat das 151. Deutsche Derby der Galopper in Hamburg gewonnen. Der dreijährige Hengst setzte sich mit Jockey Ronan Thomas am Sonntag beim wichtigsten deutschen Pferderennen mit einer Länge vor Torquator Tasso (Jack Mitchell) durch. Für das Gestüt Schlenderhan ist es bereits der 19. Derbysieg. Favorit Wonderful Moon kam im geschlagenen Feld ins Ziel. Damit verfehlte Jockey Andrasch Starke seinen achten Derbysieg, mit dem er eigentlich zu Rekordhalter Gerhard Streit aufschließen wollte. Schon vor dem Start des Rennens hatte er eine Ahnung, dass es nicht so einfach werden würde, diese Bestmarke zu erreichen. „Es ist viel schwieriger, in so einem Rennen den Favoriten zu reiten, und den als Ersten über die Linie zu bringen, als wenn man einen großen Außenseiter hat", hatte er gemutmaßt.

Die Besitzerin von In Swoop, Corinna Baronin von Ullmann, die sich mit schwarzem Mund- und Nasenschutz in Hamburg eingefunden hatte, kassiert eine Siegprämie von 390.000 Euro. Mit der Gesamtdotierung von 650.000 Euro ist das Derby das zweitgrößte Galopprennen Europas hinter dem französischen Derby. In das 2400 Meter lange Rennen um das Blaue Band waren 19 Pferde gestartet. Zahlende Zuschauer wurden wegen der Corona-Bestimmungen erstmals nicht zugelassen. Auf der Bahn durften sich nur Trainer, Reiter, Betreuer, Funktionäre und Mitglieder des veranstaltenden Hamburger Renn-Clubs aufhalten. Die übliche Rennwoche rund um das Derby war auf drei Tage verkürzt worden.

Auch das war ein Zeichen dafür, wie schwierig der deutsche Galoppsport durch die Corona-Krise kommt. Die Galopper setzen daher unter anderem auf staatliche Hilfen. „Durch die Geisterrennen und die Solidaritätsaktionen können wir nur einen kleinen Teil der Verluste ausgleichen, die uns ohne unser Zutun dadurch entstehen", sagte Michael Vesper, Präsident des Verbands Deutscher Galopp.

Die Rennbahnen würden keine Eintrittsgelder mehr einnehmen und Veranstaltungen außerhalb des Rennsports durchführen, Sponsoren würden abspringen. „Das führt zu erheblichen Einbußen", sagte Vesper, früher Vorstandschef des Deutschen Olympischen Sportbunds. „Deswegen hoffen wir auch auf eine staatliche Unterstützung." Einerseits bei der Zulassung von Zuschauern, andererseits für eine Entschädigung für Einbußen, die man „unverschuldet erlitten" habe.

Vesper zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass der Galoppsport die Krise überwinden könne. So sollen zehn Renntage der kommenden Wochen bei Sport1 übertragen werden, zudem habe sich die Bildproduktion der Rennen verbessert. „Von daher hoffe ich, dass diese schwerste Krise des Rennsports seit dem Zweiten Weltkrieg überwunden wird und wir am Ende stärker daraus hervorgehen", sagte Vesper.