Nicht zu stoppen: Inter-Stürmer Romelu Lukaku.
Foto: dpa/Gambarini

Berlin/DüsseldorfAngeführt von seinem genialen Sturmduo Lautaro Martínez und Romelu Lukaku ist Inter Mailand ins Finale der Europa League gestürmt und greift dort am Freitag nach dem ersten internationalen Titel seit zehn Jahren. Der bärenstarke italienische Spitzenklub bezwang im Halbfinale in Düsseldorf den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk mühelos 5:0 (1:0) und bekommt es im Endspiel in Köln mit dem Europa-League-Rekordsieger FC Sevilla zu tun. Die Spanier hatten in ihrem Halbfinale am Sonntag den Top-Favoriten Manchester United (2:1) ausgeschaltet.

Torjäger Martínez (19.) brachte Inter, das im Viertelfinale dem Bundesligisten Bayer Leverkusen keine Chance gelassen hatte, in Führung. Der Treffer wurde allerdings durch einen groben Fehler von Schachtjor-Torhüter Andrij Pjatow begünstigt, der den Ball unter Bedrängnis genau in die Füße von Nicolo Barella spielte. Dessen Flanke wuchtete Martínez per Kopf ins Tor. Danilo D'Ambrosio (64.), erneut Martinez (74.) und zweimal Lukaku (78. und 84.) machten alles klar.

Die Mailänder, die 2010 mit einem Finalsieg gegen Bayern München die Champions League gewannen, hatten die gefürchtete Offensive der Ukrainer fest im Griff. Zwar besaß Schachtjor mehr Ballbesitz, in die Nähe des gegnerischen Tores kam das Team, das im Achtelfinale den VfL Wolfsburg bezwungen hatte, aber nicht. Bezeichnend, dass die erste gefährlichere Aktion Donezks ein Distanzschuss von Marcos Antonio war - da waren allerdings bereits 43. Minuten gespielt.

Inter beschränkte sich jedoch keinesfalls darauf, die Führung zu verwalten. Martínez und sein kongenialer Partner Lukaku hatten gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit Chancen, um zu erhöhen. Insgesamt war Mailand dem zweiten Treffer in dieser Phase deutlich näher als Donezk dem Ausgleich. Vielmehr fiel Schachtjor weiterhin kaum etwas ein, um die abgezockten und von Trainer Antonio Conte glänzend eingestellten Italiener in Bedrängnis zu bringen.

Am Montag hatte es erneut Medienberichte gegeben, dass Inter daran arbeite, Superstar Lionel Messi vom FC Barcelona nach Mailand zu holen. Der sechsmalige Weltfußballer hätte bereits in Penthouse in Mailand gekauft, seine Zukunft, so hieß es, sehe Messi nicht bei dem in der Champion League von Bayern München deklassierten FC Barcelona.

Von diesen Spekulationen ließ sich Inter auf dem Platz nicht ablenken. Die Nerazzurri bestimmte das Spiel - und ließ dann doch urplötzlich eine Großchance zu. Diese vergab Junior Moraes (62.) aber kläglich. Unmittelbar danach traf D'Ambrosio nach einer Ecke, Martinez und Lukaku beseitigten die letzten Zweifel. Der Belgier Lukaku baute damit seinen Rekord aus: Er traf nunmehr in der Europa League in zehn Spielen in Folge.