Berlin - Rob Zepp und Kevin Nastiuk sind noch verschwitzt, als sie in der Gaststätte am Wellblechpalast erscheinen. Gerade haben die Eisbären ihr Morgentraining beendet, jetzt sitzen die beiden Berliner Eishockeykeeper in Shorts und T-Shirt an einem Tisch. Eher wie gute Bekannte, nicht wie zwei, die täglich in einem harten Konkurrenzkampf stehen. Zepp hat am Freitag gegen Ingolstadt und am Sonntag beim 1:0-Erfolg in Wolfsburg das Tor gehütet. Heute gegen Hannover (Arena am Ostbahnhof, 19.30 Uhr) steht Nastiuk zwischen den Pfosten. Jetzt, nach dem Training, erzählen beide, wie sie mit dem Druck umgehen, unter besonderer Beobachtung zu stehen und sich ständig beweisen zu müssen.

Herr Nastiuk, warum wird jemand Torwart?

Nastiuk: Bei mir war es so, dass ich als Verteidiger angefangen habe. Ich war elf Jahre alt, mein Team hatte fünf Goalies, aber die waren alle nicht so toll. Da hat mich der Coach gefragt, ob ich es mal versuchen wolle. Seitdem bin ich Goalie, und ich lebe sehr gut damit.

Und Sie, Herr Zepp?

Zepp: Als Siebenjähriger habe ich drei Spiele als Stürmer gemacht. Danach wollte ich ins Tor. Das war eher mein Ding.

Obwohl der Torwart immer der Dumme ist?

Zepp: Er kann aber auch der Held sein.

Ein Held unter Dauerbeschuss. So ein Puck ist hart und bis zu 160 km/h schnell. Hatten Sie nie Angst?

Zepp: Angst? Nein. Ich war als Kind etwas nervös, aber das hat sich irgendwann gelegt. Gründe, Angst zu haben, gibt es abseits der Eisfläche deutlich mehr.

Nastiuk: Es tut ja auch nicht weh, wenn wir vom Puck getroffen werden. Wir sind durch unsere Montur ausreichend geschützt.

Auch vor den mitunter extrem rüden Attacken der Gegner?

Nastiuk: Das ist manchmal nicht so angenehm, aber das gehört zum Spiel.

Warum rasten Sie nicht öfter mal aus, so wie die Feldspieler?

Nastiuk: Grund dafür hätten wir schon. Wenn wir Schläge in den Nacken bekommen, wenn wir umgefahren werden oder wenn uns jemand dumm anmacht.

Zepp: Das kriegen die Zuschauer gar nicht so mit, aber in jedem Spiel gibt es Trash- Talk.

Trash-Talk?

Zepp: Provozierendes Gerede, derbe Sprüche. Manche Goalies rennen dann herum und wollen es dem anderen zurückzahlen.