Herr Balkausky, Sie haben davon gesprochen, dass die Rechtevergabe für die Bundesliga zur bisher größten Schlacht werden wird. Warum?

Das Interesse an der Fußball-Bundesliga ist so hoch wie nie zuvor. Wir werden alles dafür tun, dass die Rechte dort bleiben, wo sie unserer Ansicht nach hingehören. Ich glaube wir haben die Chance, denselben Rechteumfang wie bisher erwerben zu können. Gleichzeitig wissen wir, dass sich auch die private Konkurrenz sehr dafür interessiert, unabhängig vom Pay-TV-Bereich.

Dort wird so viel passieren, wie es bislang noch nie der Fall war. Allerdings werden auch wir direkte Konkurrenz haben, darauf sind wir eingestellt. Es wird eine hochinteressante Zeit werden, aber mein Optimismus ist unerschütterlich.

Es macht Sie nicht nervös, dass etwa RTL auch Interesse bekundet hat?

Das ist ja nicht neu für uns. Wir sind davon ausgegangen und darauf eingestellt. Die Konkurrenz ist sehr stark. Es ist aber nicht unser Auftrag, Fußball den Privaten zu überlassen. Die Beitragszahler erwarten von uns ein Gesamtangebot, zu dem laut Bundesverfassungsgericht auch absoluter Spitzensport gehört. Wir können dafür nicht jeden Preis bieten, hoffen aber, dass unsere Argumente stark sind. Wir waren in den letzten Jahren sehr gut für die Bundesliga und haben daher sicher gute Chancen.

Sie haben die Rechte für Olympia verloren, die Qualifikationsspiele für die Fußball-WM und -EM. Wie groß ist der Druck, die Bundesligarechte und die für andere große Sportereignisse zu halten?

Der Druck ergibt sich immer aus den wirtschaftlichen Möglichkeiten und er wird immer mehr zunehmen. Unsere Möglichkeiten sind beschränkt, wir sind kein Unternehmen, das frei mit dem Geld agieren kann. Der Sportrechteetat ist festgelegt. Wir können nur im Rahmen unserer wirtschaftlichen Möglichkeiten handeln und wissen, dass wir uns nicht mehr alles werden erlauben können, da es weitere große Medienkonzerne wie Bertelsmann und Eurosport Discovery gibt, die einfach andere Mittel in die Hand nehmen können um große Rechte zu erwerben. Insofern kann man auch langsam mit der Mär aufhören, dass die Öffentlich-Rechtlichen alle Preise kaputt machen. Wir stellen fest, dass wir auf gewisse Rechte verzichten müssen, weil wir unsere Rechtemittel nicht erhöhen können.

Die ARD verfügt zwischen 2013 und 2016 über einen Sportrechte-Gesamtetat von durchschnittlich 250,25 Millionen Euro pro Jahr. Können Sie irgendetwas dazu sagen, wie sich dieser zukünftig gestalten wird?

Unsere Einnahmesituation wird sich nicht verbessern. Daher wird sich der Sportrechte-Etat mit Sicherheit nicht nach oben entwickeln. Insofern müssen wir davon ausgehen, dass wir weiter mit dem bisherigen Geld auskommen müssen. Daher geht es darum, Prioritäten zu setzen, denn wir stellen fest, dass Fußball- und Olympia-Rechte im Augenblick eher teurer werden. Dann müssen wir auf das eine oder andere verzichten. Da wir bisher nicht erklärt haben, wie viel wir für die Bundesligarechte gezahlt haben, werden wir das auch in der Zukunft so halten.

Werden die großen Gegner für Sie in Zukunft nicht eher die großen Internetkonzerne sein?

Sport ist einer der wesentlichen Treiber für alle Medienunternehmen. Twitter sicherte sich gerade die Streaming-Rechte für NFL-Spiele. Jedoch werden nach wie vor gewisse Verbände darauf drängen, dass Medienunternehmen wie wir große Sportereignisse frei empfangbar übertragen. Wir wollen die Rechte auch der breiten Zuschauerschaft zugänglich machen. Unsere Chancen sind gut. Das gute, alte Fernsehen ist noch lange nicht tot.