Es wäre die Sensation im deutschen Eishockey. Und die Eisbären-Bosse basteln wirklich an ihr. Sie haben nach Informationen der Berliner Zeitung ihre Fühler nach dem langjährigen NHL-Profi Jaromir Jagr ausgestreckt.

Schon im Frühjahr, nach Abschluss der Hauptrunde, standen die Eisbären mit der Eis-Legende in Kontakt. Der schon 46-jährige Tscheche sollte in den Play-offs für den EHC auflaufen. So jedenfalls der Wunsch der Bosse. Daraus wurde aber nichts. Jagr war lange Zeit nicht abgeneigt, wechselte aber zu seinem Heimatklub HC Kladno, dessen Eigentümer er auch ist.

Jetzt werben die Eisbären-Chefs in Berlin und Los Angeles, von wo die milliardenschwere Anschutz-Gruppe die Kaderplanung inzwischen mit vorantreibt, erneut um die lebende Legende. Läuft einer der besten Eishockey-Spieler aller Zeiten ab Sommer in der MB-Arena auf?

Verpflichtung von Jaromir Jagr wäre ein riesiger PR-Coup

Es wäre in etwa so, als würde Zinédine Zidane (45) plötzlich die Fußballschuhe für die Hertha schnüren, Shaquille O’Neal (46) für Alba Körbe werfen oder Stefan Kretzschmar (45) für die Füchse auf Torejagd gehen. Die Verpflichtung von Jagr wäre vor allem eines: ein riesiger PR-Coup. Kaum vorstellbar, wie viele Jagr-Eisbären-Trikots über die Ladentheke gehen würden.

Mit einer dreijährigen Pause von 2008 bis 2011 spielte der Routinier, der einen ganzen Stab von Managern und eigenen Individual-Trainern besitzt, über 27 Jahre für neun verschiedene Vereine in der National Hockey League (NHL) auf allerhöchstem Niveau. In seiner Laufbahn verdiente er weit über 50 Millionen Euro. Zu stemmen wäre der Transfer einzig und allein mit der finanziellen Hilfe aus LA.

Der zweifache Stanley-Cup-Sieger (1991 und 1992) holte unzählige Rekorde, erzielte die meisten spielentscheidenden Tore (135) und sammelte die meisten Vorlagen (1149) und Punkte (1914) aller Rechtsaußen-Angreifer in der NHL-Geschichte. Zudem gewann Jagr zweimal WM- und einmal Olympia-Gold mit dem tschechischen Nationalteam.

Jagr (1733 NHL-Spiele, 208 in den Play-offs) ist in Tschechien ein Volksheld. Die Vokuhila-Frisur, die er lange trug, heißt in der Ost-Republik „Jagr“. Bald auch in Berlin…?

Personeller Umbruch: So planen die Eisbären für die neue Saison

Neben dem Jagr-Coup basteln die Eisbären auch sonst akribisch am Kader für die neue Saison. Ein erneuter Umbruch steht an. Torwart Petri Vehanen (40) hat seine Karriere nach dem verlorenen Finalspiel gegen München beendet. In die neue Spielrunde werden die Eisbären wohl mit dem jungen Duo aus Maximilian Franzreb (21) und Marvin Cüpper (23) gehen. Top-Stürmer Louis-Marc Aubry (24) hat seine Zusage für ein weiteres Jahr gegeben. Nick Petersen (28) wird den Verein dagegen wohl verlassen.

Blake Parlett (28/fehlte in den Play-offs wegen eines Fingerbruchs) liegen Angebote aus der KHL vor. Fraglich, ob er bleibt. Der Kontrakt von Jens Baxmann (33) läuft indes aus. Das Eigengewächs, das seit 17 Jahren für die Hohenschönhauser spielt, würde gerne bleiben – auch zu deutlich günstigeren Konditionen. Ob die Bosse mit ihm allerdings planen, bleibt abzuwarten. Daniel Fischbuch (24) hat seinen Kontrakt überdies verlängert.

Auch auf dem Trainer-Posten herrscht Vakanz. Beste Chancen auf die Nachfolge von Uwe Krupp (52) hat der bisherige Co-Trainer Clement Jodoin (66).