Berlin - Schön zu sehen, dass gewisse Gesetzmäßigkeiten weltweit gelten. Zum Beispiel: Wenn du nicht mehr weiter weißt, gründe einen Arbeitskreis. Ein solcher hat jetzt in Japan Olympia-Ministerin Seiko Hashimoto gebeten, das Organisationskomitee der Sommerspiele von Tokio 2021 zu leiten. Es geht um die Nachfolge von Yoshiko Mori. Der hatte sich mit sexistischen Äußerungen über das angebliche Kommunikationsverhalten von Frauen in eine Pannenserie eingefügt, die konsequenterweise mit der Absage des Events enden müsste.

Frauen spielen beim IOC keine Rolle

Da sei aber das Internationale Olympische Komittee (IOC) vor, von dem übrigens keine frauenfeindlichen Ausführungen bekannt sind; vermutlich, weil Frauen in diesem Zirkel kaum eine Rolle spielen. Es handelt sich um ein resistentes Gremium. Wenn eine Pandemie nicht zu einem Olympia-Aus führen kann, schaffen das all die Unzulänglichkeiten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sicher auch nicht.

Damit ist gar nicht mal das Klima gemeint, die Bewerber hatten es als mild und sonnig gepriesen, tatsächlich dürfte es heiß und feucht werden. Und die Kostenexplosion bei der Infrastruktur gehört zu Olympia wie der Fackellauf. Den droht die Präfektur Shimane allerdings aus Furcht vor Corona zu boykottieren. Insgesamt ist die Stimmung kritisch. Einer Umfrage vom Januar zufolge wollen 80 Prozent der Japaner die Spiele derzeit nicht. Beginnen sollen sie am 23. Juli.

Korruption und andere Skandale

Für Schlagzeilen sorgten zudem Korruption und andere Skandale um diejenigen, die Olympia nach Tokio holten, darunter Premier Shinzo Abe. So war das Motto der Spiele nicht gemeint: Einigkeit in Vielfalt. Immerhin, jetzt soll es eine starke Frau richten, eine versierte Politikerin, eine Realistin offenbar. Seiko Hashimoto gab sich zuletzt widerwillig. Sie weiß, wie leicht man in voller Fahrt ausrutscht. Siebenmal nahm sie an Winterspielen teil, im Eisschnelllauf.