Am Boden: Leroy Sané nach dem 1:1 der deutschen Elf gegen die Schweiz.
Foto: dpa

Berlin - Vermutlich hätte nichts besser zu einem besorgten Bundestrainer gepasst, als ein dunkler Vorhang im Hintergrund, der sich nur geringfügig vom schwarzen Rollkragenpullover abhob, den Joachim Löw bei seinem nächtlichen Vortrag trug. Im Medienzentrum des im St.-Jakob-Park von Basel, im Schweizer Sprachgebrauch nur „Joggeli“ genannt, redete der Bundestrainer wie ein Theaterregisseur, der einer fehlerhaften  Probe beigewohnt hatte, die er selbst inszeniert hatte. Dass das 1:1 gegen die Schweiz im zweiten Nations-League-Gruppenspiel demselben Spielfilm folgte wie drei Tage zuvor dem 1:1 gegen Spanien, schien den 60-Jährigen nicht sonderlich zu überraschen.

Dem guten Anfangsniveau folgte ein schlechtes Ende. „Wenn wir die Dinge umsetzen, haben wir immer gute Aktionen, gewinnen Bälle, bekommen Chancen. Aber wir machen es nicht über 90 Minuten“, konstatierte Löw, der seinen Spielern aufgetragen hatte: „Durchdecken gegen den Mann.“ Dass diese anspruchsvolle Vorgabe nicht durchzuhalten war, hatte der Südbadener nahe seiner Heimat beinahe billigend in Kauf genommen. Sein Fazit: „Die Gefühle sind ein bisschen gemischt. Ich habe gesagt, Entwicklung ist wichtig, aber natürlich will man die Spiele gewinnen.“ In sechs Anläufen in dem Wettbewerbsformat Nations League fehlt Deutschland immer noch ein Sieg. Der Abstieg wurde zur Premiere bekanntlich nur durch die Aufstockung der A-Kategorie verhindert.

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