Barcelona - Nach der „wichtigsten Wahl seiner Geschichte“ drehte sich beim FC Barcelona sofort alles um die bedeutendste Person im Klub – und die war nicht der neue Präsident Joan Laporta. Sein überwältigender Wahlerfolg, das machte der 58-Jährige direkt in seiner Siegesrede deutlich, war nur der Startschuss im Kampf um Lionel Messi. Barcas Hoffnung auf einen Verbleib des wechselwilligen Superstars erhält neue Nahrung.

„Leo ist der beste Spieler der Welt. Dass er mit seinem Sohn zur Wahl gekommen ist, ist für mich ein positives Zeichen“, sagte Laporta über den Argentinier, dessen Vertrag im Sommer ausläuft: „Leo liebt Barcelona - und er weiß, dass wir eine große Familie sind. Hoffentlich hilft uns das, ihn davon zu überzeugen, dass er bleibt.“

Die Bilder, wie der sechsmalige Weltfußballer am Sonntagmittag mit seinem Sohn Thiago, 8, zur Wahlurne schritt und danach noch im Camp Nou für Fotos posierte, sorgten nicht nur bei Laporta für Euphorie. Schließlich war es das erste Mal überhaupt, dass Messi, 33, von seinem Stimmrecht bei Präsidentschaftswahlen Gebrauch machte.

Die Priorität lautet, mit Messi zu verlängern

Dringende Themen gäbe es für den neuen Boss der Blaugrana aber auch sonst genug. Etwa der horrende Schuldenberg von über einer Milliarde Euro, oder der Umbau des legendären Camp Nou. Doch „die Priorität ist“, betonte Laporta, „mit Messi zu verlängern“. Und auch der unterlegene Präsidentschaftskandidat Toni Freixa sagte: „Ich hoffe, dass Laporta ihn zum Bleiben bewegen kann“.

Zur Überzeugungsarbeit gehört auch, Messi eine schlagkräftige Truppe an die Seite zu stellen. Und dabei könnte der Name David Alaba eine große Rolle spielen. Wie die spanische Sportzeitung As am Montag berichtete, habe sich Laporta bereits eine Woche vor der Wahl in Barcelona mit den Beratern des Verteidigers von Champions-League-Sieger Bayern München getroffen. Der Österreicher wird die Bayern im Sommer mit Ablauf seines Vertrages verlassen, auch Barcas Erzrivale Real Madrid hat großes Interesse.

Die Hoffnungen in Laporta sind gewaltig

Die Hoffnungen in Laporta sind gewaltig. Die Zeitung Sport schrieb, dass der Unternehmer und Rechtsanwalt auch aufgrund der „Erinnerungen an das beste Barca der Geschichte“ so deutlich mit über 54 Prozent der Stimmen gewonnen habe. Laporta, der die Wahl im Vorfeld als wichtigste in der Klubgeschichte bezeichnet hatte, stand den Katalanen bereits von 2003 bis 2010 vor. In dieser Zeit gewann Barcelona unter anderem vier Meisterschaften und zweimal den Henkelpott.

Mit Messi sollen weitere Titel folgen. Laporta hatte im Wahlkampf immer wieder sein gutes Verhältnis zum Argentinier in die Waagschale geworfen. Also ganz andere Voraussetzungen als bei seinem im Oktober zurückgetretenen Vorgänger Josep Maria Bartomeu, der Messi schon vergangenen Sommer nur mit viel Mühe zum Bleiben überreden konnte. Und der erst in der Vorwoche vorläufig festgenommen worden war, weil er eine Verleumdungskampagne gegen kritische Spieler initiiert haben soll – unter anderem gegen Messi.