Johannes Thiemann ist mittlerweile mehr als die Maschine der Nationalmannschaft

Der flexibel einsetzbare Flügelspieler von Alba Berlin kann bei der Europameisterschaft im eigenen Land zum wichtigen Impulsgeber in der Offensive werden.

Seine Athletik hat Alba Berlins Johannes Thiemann den Spitznamen „Maschine“ eingebracht. Der Flügelspieler kann für die deutsche Nationalmannschaft bei der Heim-EM noch viel wertvoller sein.
Seine Athletik hat Alba Berlins Johannes Thiemann den Spitznamen „Maschine“ eingebracht. Der Flügelspieler kann für die deutsche Nationalmannschaft bei der Heim-EM noch viel wertvoller sein.dpa/Daniel Bockwoldt

Vor ein paar Tagen wurden die deutschen Nationalspieler gefragt, wer denn die größte Maschine im eigenen Team sei. Der körperlich größte Spieler des zwölfköpfigen deutschen Kaders, der ab Donnerstag bei der Basketball-Heimeuropameisterschaft möglichst weit kommen möchte, ist Johannes Thiemann mit seinen 2,05 Metern dabei nicht. Dennoch war es der Name des Spielers vom amtierenden deutschen Meister und Pokalsieger Alba Berlin, der bezüglich des Themas größter Maschine, also des in dem Fall athletischsten Spielers im Kader, am häufigsten genannt wurde.

Besser gesagt sein Englisch ausgesprochenes Kürzel JT, das längst zum Rufnamen des gebürtigen Trierers geworden ist. Mittlerweile fühle er sich „komisch, wenn manche Leute Joe oder Johannes sagen“, erzählte er kürzlich einem Podcast, „meine Mama und vielleicht noch meine Frau nennen mich Johannes“. In der Basketballwelt aber hat er sich mittlerweile einen Namen als JT gemacht. Ganz besonders vor wenigen Wochen in der Finalserie um die deutsche Meisterschaft gegen den FC Bayern München, welcher Thiemann einen solch großen Stempel aufdrückte, dass er am Ende als wertvollster Spieler der Serie ausgezeichnet wurde.

Eine großartige Athletik brachte Thiemann bereits 2018 mit nach Berlin, wo er nach Lehrjahren in Bamberg, Baunach und Ludwigsburg den nächsten Entwicklungsschritt in seiner Karriere machen wollte. Zum Nationalspieler hatte es der auf beiden großen Positionen flexibel einsetzbare Flügelspieler schon vorher geschafft, galt aber im A-Kader mehr als Wackelkandidat denn als feste Größe. War die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2019 fast überraschend, hatte sich JT durch seine Leistungen bei Alba Stück für Stück zu einer festen Größe im Nationalteam entwickelt, gehörte zum Olympiakader 2021 in Tokio.

Johannes Thiemann auf seine Athletik zu reduzieren, wird seinem Spiel längst nicht mehr gerecht. Der 28-Jährige ist ein ernst zu nehmender Dreierschütze geworden und hat zudem sein Offensivspiel unter dem Korb wesentlich verbessert. Vielleicht auch deshalb wollte JT sich bei der kleinen Umfrage nicht selbst als die Maschine des Teams bezeichnen.