Johannes Vetter stürzte sich voller Eifer in die Arbeit. „Da ist so viel Motivation, so viel Selbstvertrauen, so viel Mut, die letzten Prozente rauszukitzeln“, sagte das Speerwurf-Ass im Januar dieses Jahres. Wild entschlossen, auf die insgesamt starke Saison 2021 aufzubauen und das Tief bei den Olympischen Spielen in Tokio mit Topergebnissen bei der Weltmeisterschaft und der Europameisterschaft endgültig abzuhaken.

Statt erneut 90-Meter-Würfe abzuliefern und um begehrte Titel zu kämpfen, legte der muskelbepackte Athlet nun aber eine Vollbremsung hin. Nach der verpassten WM in Eugene (USA) musste der 29-Jährige auch für die Heimeuropameisterschaften in München (ab 15. August) seine Absage verkünden. Die lädierte Schulter fordert von Vetter weiter Geduld ein, für Deutschlands „Leichtathleten des Jahres“ 2021 ist die Saison damit frühzeitig beendet.

„Ich werde nicht an der EM oder einem anderen Wettkampf in diesem Jahr teilnehmen“, schrieb Vetter bei Instagram, kündigte aber an, für die kommende Saison zu „100 Prozent bereit“ zu sein. „Meine Schulter fühlt sich besser an, die Therapie schlägt an. Ich komme zurück“, versicherte der frühere Weltmeister, der auch schon die deutschen Meisterschaften im Rahmen der Finals im Juni in Berlin verletzungsbedingt ausgelassen hatte.

Er sei „keine Maschine“, sagte der deutsche Rekordhalter (97,76) damals zu seiner Absage. Es heiße „therapieren und trainieren“ statt bei den prestigeträchtigen und reizvollen Wettkämpfen seine außerordentlichen Fertigkeiten unter Beweis zu stellen. Das wird für Vetter noch eine ganze Weile das Motto bleiben, bis er im kommenden Jahr wieder angreifen kann.

Und der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) muss nach dem historisch schlechten Abschneiden bei der WM weiter auf einen absoluten Leistungsträger verzichten.