Neue Eisbären-Weisheit: Gegentore durch Charlie Jahnke sind gute Gegentore.
City Press

Berlin - Es dürfte eher selten bis gar nicht vorkommen, dass die Fans der Eisbären Berlin über einer gegnerischen Treffer jubeln, der gut zehn Minuten vor dem Ende auch noch der erste der Partie ist. Doch wenn der Torschütze die Saison noch im Trikot der Eisbären begonnen hat, nach wenigen Spieltagen den Verein in Richtung der Düsseldorfer EG verlassen hat und Charlie Jahnke heißt, ist die Stimmung schon einmal eine andere als sonst bei einem Gegentreffer. 5:48 Minuten vor dem Ende aber fiel der Jubel noch einmal deutlich lautstärker aus. Diesmal hatte mit Mark Olver ein Berliner getroffen, der auch noch das Eisbären-Trikot trägt. Das brachte die Eisbären in die Verlängerung. Dort aber erzielte Luke Adam nach 84 Sekunden den 2:1-Siegtreffer für die Gäste.

Ein Blick auf die Tabelle machte bereits vor dem Anpfiff deutlich, dass es dieses Duell bereits am 17. oder 18. März erneut geben könnte. Dann startet das Viertelfinale der diesjährigen Play-offs und die Wahrscheinlichkeit war vor dem Spiel sehr hoch, dass die Eisbären dort auf die Düsseldorfer treffen werden. Auch wenn in den vergangenen Wochen immer wieder betont wurde, dass man nur von Spiel zu Spiel schaue und sich sich immer nur mit dem kommenden Gegner beschäftigt, so können die Spieler der Eisbären freilich die Tabelle lesen.

Wiedersehen mit Niederberger

Und sie werden ganz genau gewusst haben, dass sie am Freitagabend so etwas wie die Chance auf einen Live-Gegnercheck haben. Von Beschnuppern und vorsichtigem Abtasten aber hielten beide Mannschaften nicht viel. Gerade die Eisbären legten offensiv munter los, spielten sich häufig mit wenigen Pässen in das gegnerische Drittel. Die Schüsse allerdings verfehlten den Kasten und wurden von Mathias Niederberger pariert. Wenige Stunden zuvor war Düsseldorfs Torhüter bereits Thema in Berlin, es wurde berichtet, dass er sich mit den Eisbären für die kommende Saison einig sei und schon einen Vertrag in der Hauptstadt unterschrieben habe. Alle 17 Schüsse, die in den ersten beiden Dritteln auf seinen Kasten abgegeben wurden, konnte er abwehren.

Beide Mannschaften wirkten hochkonzentriert, leisteten sich keine Fehler und waren sich der Bedeutung dieser Partie bewusst. Es ging um mehr als nur drei weitere Punkte in der Hauptrunden-Tabelle und das Heimrecht im sehr wahrscheinlichen Viertelfinalduell beider Teams. Offensive ja, aber kontrolliert.

Das änderte sich erst, als Jahnke 10:41 Minuten vor dem Ende in Überzahl einen Abpraller von Eisbären-Keeper Justin Pogge zum 1:0 verwandelte. Durch den Ausgleich von Mark Olver holten die Eisbären zumindest einen Punkt, aber der Zusatzpunkt ging an die Gäste.