Julian Alaphilippe ist das Gelbe Trikot zunächst mal wieder los.
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PrivasRiesenschock für Frankreichs Liebling Julian Alaphilippe: Der Superstar bekam nach der fünften Etappe der 107. Tour de France von der Jury eine Zeitstrafe aufgebrummt und verlor damit sein Gelbes Trikot an den Briten Adam Yates. Alaphilippe hatte verbotenerweise 17 Kilometer vor dem Ziel eine Getränkeflasche von seinem Team angenommen. Die Jury kannte kein Pardon: 20 Sekunden Zeitabzug, womit Yates das Gelbe Trikot übernahm.

Da rückte der Etappensieg des Belgiers Wout van Aert ganz in den Hintergrund. Nur einen Tag nach dem Coup von Primoz Roglic schlug damit ein weiterer Teamkollege von Tony Martin zu und bescherte der überragenden Jumbo-Visma-Mannschaft den nächsten Etappensieg. Van Aert holte sich am Mittwoch auf dem fünften Teilstück nach 183 Kilometern von Gap nach Privas den Sieg vor dem Niederländer Cees Bol und dem Iren Sam Bennett. Damit bewahrheitet sich immer mehr, dass Martins niederländische Mannschaft die Vormachtstellung im Radsport übernommen hat.

Von den deutschen Fahrern war im Finale erneut nichts zu sehen. Altstar André Greipel („Bin wieder ein normaler Rennfahrer“) geht es nach seinem Sturz zum Auftakt zwar wieder besser, für die großen Sprints reicht es beim 38-Jährigen aber noch nicht.

Doch so richtig hektisch wurde es erst nach dem Zieleinlauf, als plötzlich Yates als Gesamtführender aufgelistet wurde. „Das ist nicht die Art und Weise, wie ich das Trikot holen wollte. Das will niemand“, sagte Yates. Deutschlands Hoffnungsträger Buchmann, der wie die Top-Favoriten Primoz Roglic (Slowenien) und Egan Bernal (Kolumbien) im Hauptfeld das Ziel erreichte, liegt nun 22 Sekunden hinter Yates.

Der Tagessieg ging aber an van Aert, der seit dem Neubeginn Anfang August einen Super-Lauf hat. Fünf Siege, darunter den Klassiker Mailand-Sanremo und das Schotterrennen Strade Bianche, hat van Aert bereits geholt. „Das war die einfachste Etappe, die ich gefahren bin, aber das Finish war hart“, sagte van Aert, nachdem es lange Zeit ein Stillhalteabkommen im Feld gegeben hatte. „Diese Etappe kam meinen Fähigkeiten entgegen“, fügte der frühere Cross-Weltmeister hinzu.

Nach der Kletterpartie am Vortag konnten sich die Stars der Branche zurückhalten. Die erste Bergankunft am Dienstag hatte aber bereits einen Fingerzeig für den weiteren Verlauf gegeben. Ex-Skispringer Roglic ist der Mann, den es zu schlagen gilt. Dass sein Landsmann Tadej Pogacar zudem Zweiter wurde, löste in der Heimat Jubelstürme aus. „Ein historischer Tag für den slowenischen Radsport“, schrieb das Blatt „Delo“ und fügte nach dem Doppelerfolg auf der ersten Bergankunft der 107. Tour de France hinzu: „Und das war nur die Vorspeise für Roglic und Pogacar.“

John Degenkolb ist unterdessen nach seinem frühen Aus bei der Tour de France auf dem Weg der Besserung. „Ich bin zuversichtlicher als die letzten Tage. Es geht wieder aufwärts. Die Schwellungen in den Knien sind noch da, aber es ist besser geworden“, sagte Degenkolb der ARD. Am Mittwoch sei er das erste Mal wieder für eine Stunde auf dem Rad gewesen. Der 31-Jährige war auf der ersten Tour-Etappe schwer gestürzt und anschließend außerhalb des Zeitlimits geblieben.

Am Donnerstag endet die sechste Etappe nach 191 Kilometern auf dem 1560 Meter hohen Mont Aigoual. Eine richtige Bergankunft ist es nicht, auch wenn es vom Col de la Lusette – einem Berg der ersten Kategorie – 14 Kilometer vor Etappenende noch weiter hinauf geht. Womöglich bietet sich eine gute Chance für Ausreißer.