Berlin - Das angeknockte Team von Paris Saint-Germain hofft mit seinen Superstars Neymar und Kylian Mbappé auf einen siegreichen Abend, RB Leipzig will dagegen mit dem nächsten Coup für eine Vorentscheidung sorgen. Mit einem Sieg beim französischen Meister hätten die Sachsen den Vorjahresfinalisten fast schon aus der Champions League geworfen und könnten die eigenen Planungen für das Achtelfinale intensivieren.

„Der Druck liegt bei Paris“, stellte RB-Trainer Julian Nagelsmann vor dem Spiel am Dienstag (21 Uhr) klar. „Wir würden gern dort gewinnen, um einen guten Vorsprung zu haben und das direkte Duell für uns zu entscheiden. Das wäre ein großer Schritt in Richtung K.o.-Runde.“ Am Montagvormittag traf sich das Team zum gemeinsamen Frühstück, später hob der Charterflieger in Richtung Westen ab.

Neymar und Mbappé sind bei Paris St. Germain zurück

Leipzigs Chancen auf einen ähnlich großen Abend wie beim 2:1 im Hinspiel vor knapp drei Wochen sind vom Papier her allerdings bescheiden. Denn: PSG-Trainer Thomas Tuchel kann in Mbappé und Neymar wieder auf seine zwei besten Spieler zurückgreifen. „Neymar ist fest entschlossen. Er wird in der Startelf stehen“, sagte Tuchel.

Der brasilianische Nationalspieler war schon beim 3:0 im Königsklassen-Halbfinale des Vorjahres der entscheidende Faktor gegen Leipzig. Sein Fehlen in der Red Bull Arena Anfang November hatte sich spätestens in der zweiten Halbzeit massiv bemerkbar gemacht. „Wir brauchen wegen der Rückkehr von Neymar und Mbappé eine besonders gute Leistung. Man hat gesehen, dass sie dem Spiel von Paris eine besondere Note geben können“, betonte Nagelsmann voller Respekt.

Gewinnt Leipzig am Dienstag und setzt sich Manchester United im parallelen Spiel gegen Istanbul Basaksehir durch, genügt beiden Mannschaften bei noch zwei Spielen bereits ein Punkt zum Erreichen des Achtelfinals. Verlockende Aussichten, weshalb Nagelsmann beim 1:1 in Frankfurt in der Bundesliga bewusst rotierte. Man wolle frisch sein für das große Spiel im Prinzenpark, sagte er.

Beide Teams gehen mit mäßigen Liga-Erlebnissen in das dritte Aufeinandertreffen in diesem Jahr. Dass Leipzig es verpasste, zu Bayern München aufzuschließen, war für RB ärgerlich. Doch PSG trägt durch das 2:3 bei AS Monaco - immerhin nach einer 2:0-Führung - den bedeutend größeren Rucksack mit sich herum. Tuchel spielte das allerdings herunter: „Leipzig wird sehr schwierig. Und hätten wir in Monaco gewonnen, hätte dies auch nichts geändert.“

Zumal PSG auf die gesperrten Defensivspieler Presnel Kimpembe und Idrissa Gueye verzichten muss. In der Leipziger Defensive sieht es personell nicht viel besser aus. Die Nationalspieler Marcel Halstenberg und Lukas Klostermann fehlen weiterhin, auch Nordi Mukiele wird wohl nicht rechtzeitig fit, und Abwehrchef Dayot Upamecano steckt gerade in einem Formtief.