Ironie des Schicksals, dass der 1. FC Kaiserslautern ausgerechnet am selben Tag endgültig abgestiegen ist, an dem er zum ersten Mal seit exakt einem halben Jahr wieder ein Fußballspiel gewonnen hat. Weil der bevorstehende Abschied ohnehin kaum noch zu vermeiden gewesen wäre, sah man nach dem 2:1 in Berlin viel mehr Erleichterung als Enttäuschung in den Gesichtern der Pfälzer.

Denn allen war klar: Ein Abschied aus dem Oberhaus mit einer Serie von dann 24 sieglosen Partien wäre nicht nur psychologisch verheerend gewesen, sondern auch faktisch: Dann hätten sich noch weniger nachvollziehbare Argumente für die Verpflichtung des Trainers Krassimir Balakow erkennen lassen, als auch so nur nach mühsamer Suche gefunden werden können. Dann wäre auch Vorstandschef Stefan Kuntz noch heftiger unter Druck geraten, als er das ohnehin schon ist.

Nicht so schmerzhaft wie 2006

Für den FCK ist es nach 1996 und 2006 der dritte Abstieg. Aber er trifft den Klub nicht so überraschend wie 1996, als die herausragende individuelle Qualität der Mannschaft im darauffolgenden Zweitligajahr einen direkten Wiederaufstieg garantierte, und auch nicht so schmerzhaft wie 2006. Da lag der Verein finanziell völlig ausgeblutet und entsprechend hilflos danieder und wäre zwei Jahre später fast in die dritte Liga abgestiegen.

Ähnliches droht diesmal nicht. Kuntz konnte der Deutschen Fußball Liga ein zufriedenstellendes Zahlenwerk für die zweite Liga präsentieren und hat klugerweise viele Verträge mit Abschlägen bis zu 40 Prozent für den Abstiegsfall geschlossen.

Die Rahmenbedingungen für eine Rückkehr in die erste Liga wären dann gut, wenn Balakow mehr hält, als sein Mangel an Erfahrung im Unterhaus verspricht; und wenn sich Boss Kuntz nicht wieder annähernd so viele schwerwiegende Irrtümer bei der Spielersuche leistet wie in dieser völlig verkorksten Saison.