Auf dem Feld ist die Mannschaft ausgerechnet im eigenen Stadion durch die 0:2-Niederlage gegen den VfB Oldenburg ins Hintertreffen geraten. Doch abseits des grünen Rasens hat der BFC Dynamo jetzt einen großen Sieg gelandet und den Bürgschaftskampf gewonnen: Die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die Drittliga-Lizenz als Sicherheit geforderten 900.000 Euro sind komplett.

Relegationsrückspiel steigt am Sonnabend in Oldenburg

Bis zum 1. Juni, um 17 Uhr, muss Dynamo diese Summe beim DFB nachweisen, sonst gibt es keine Lizenz für die Dritte Liga, und damit wäre kein Aufstieg dorthin möglich, egal ob die Weinrot-Weißen das Ergebnis aus dem ersten Aufeinandertreffen am Sonnabend beim Rückspiel in Oldenburg (14 Uhr/NDR) sportlich noch umbiegen. Unter großen Kraftanstrengungen und riesiger Unterstützung aber wurde das Wettrennen mit der Zeit rechtzeitig gewonnen. Und wie geht es nun weiter? Muss Dynamo das Geld jetzt nach Frankfurt am Main in die Zentrale des DFB mit einem bewachten Kurier befördern?

„Nein, nein“, wehrt Peter Meyer lachend ab. „Es genügt, wenn ein Wirtschaftsprüfer attestiert, dass wir die 900.000 Euro auf dem Konto haben. Diesen Nachweis müssen wir dem DFB bringen“, so der 54-Jährige und ist froh, dass dieser Kampf also gewonnen ist. Dafür hatte sich Dynamos Wirtschaftsratsboss unter anderem mit Ex-Tebe-Chef Jens Redlich am Abend nach dem vorletzten Saisonspiel in der Regionalliga Nordost beim Berliner AK zusammengerauft, und die beiden funken offenbar jetzt auf einer Wellenlänge.

Im Ergebnis dieses Abends unterstützt Redlich mit seiner Fitnesskette Crunchfit die Dynamos bei ihrem Ringen um den Aufstieg als Premiumpartner mit mindestens einem fünfstelligen Betrag. Die neue Partnerschaft gilt übrigens nicht nur für die beiden Relegationsspiele gegen Nordmeister Oldenburg, sondern wird auch in der kommenden Spielzeit fortgeführt – egal in welcher Liga.

Doch was passiert mit den 900.000 Euro, wenn Dynamo in Oldenburg scheitert? Können die Weinrot-Weißen das Geld dann anderweitig verwenden? Ganz so einfach ist das nicht. Denn ein nicht unerheblicher Teil der Summe wurde dem BFC von Peter Meyer in Form eines Rangrücktrittdarlehens eingeräumt. Dieser Betrag muss im Nicht-Aufstiegsfall nicht abgerufen werden.

BFC Dynamo verwendet Spenden für Infrastruktur

Der Rest fließt dann nicht einfach in den Etat der ersten Mannschaft, der ja in den Vergangenheit sehr oft auch von Meyer persönlich finanziert worden ist. Der Etat der kommenden Spielzeit ist also anders als in den Jahren zuvor ein wenig breiter aufgestellt und auf mehrere Schultern verteilt.

„All die Spenden sind nicht weg. Sie werden von uns genutzt, damit wir in die bestehende Infrastruktur investieren und dort Verbesserungen vornehmen können“, so Meyer und ergänzt: „Ich bin überglücklich und total stolz auf alle, die dabei mitgeholfen haben. Ich kann nur den Hut ziehen vor dieser gemeinsamen Leistung.“