ARCHIV - Kanadas Premierminister Justin Trudeau hatte die Spielansetzung kritisiert. Bernd von Jutrczenka/dpa/Archiv

Toronto - Der kanadische Fußball-Verband hat ein umstrittenes Testspiel gegen den Iran nach Kritik auch von Kanadas Premierminister Justin Trudeau abgesagt. Die ursprünglich für den 5. Juni in Vancouver geplante Begegnung wird nicht stattfinden, wie der Verband mitteilte.

Ein konkreter Grund dafür wurde allerdings nicht genannt. Die Begegnung, die erst am 12. Mai offiziell angekündigt worden war, sollte Teil von Kanadas Vorbereitung auf die WM Ende des Jahres in Katar sein.

„Ich denke, es war keine gute Idee, das Fußballteam des Irans hierher nach Kanada einzuladen. Aber das müssen die Organisatoren erklären“, hatte Politiker Trudeau Mitte Mai gesagt. Umstritten war die Einladung deswegen, weil am 8. Januar 2020 ein Flugzeug kurz nach dem Start von iranischen Streitkräften nahe Teheran abgeschossen worden war. Unter den 176 getöteten Menschen an Bord befanden sich unter anderen 55 kanadische Staatsbürger und 30 weitere Einwohner des Landes.

Das iranische Sportministerium verurteilt die Entscheidung Kanadas und fordert Schadensersatz in Millionenhöhe. Die Behauptung westlicher Staaten, dass der Sport nicht politisiert werden dürfe, habe sich mit der einseitigen Absage Kanadas als absurd erwiesen, twitterte Vizeminister Sina Kallhor. Der Iran werde wegen der Absage juristisch gegen Kanada vorgehen und einen Schadensersatz in Höhe von zehn Millionen US-Dollar (9,3 Millionen Euro) fordern, so der Vizeminister.