Ein Pärchen mit Gesichtsmasken fotografiert sich vor den olympischen Ringen in Tokio.
Foto: imago images/Xinhua

TokioEigentlich sollte die riesige Countdown-Uhr zwischen dem Kaiserpalast und dem größten Fernbahnhof jetzt eine einstellige Zahl anzeigen. Auf dem großen Platz, auf dem sie über Jahre und Monate zuverlässig die Sekunden heruntergezählt hat, stünden nun uniformierte Helfer bereit. In ganz Tokio, der größten Metropolregion der Welt, würde das Olympiafieber grassieren. Denn in Japans Hauptstadt wäre an diesem Freitag im eigens dafür umgebauten Olympiastadion nach 1964 zum zweiten Mal die größte Sportveranstaltung der Welt eröffnet worden.

Die Realität sieht jetzt anders aus. Spätestens seit die Spiele am 24. März nach großem internationalen Druck seitens Athleten und der Öffentlichkeit um ein Jahr verschoben wurden, hat sich auch in Japan ein deutliches Krisenbewusstsein ausgebreitet. Die anfängliche Unterschätzung der Pandemie durch die Regierung ist größerer Vorsicht gewichen. Vom Olympiafieber, das auch der Politik gut gefiel und dessen Temperatur sie bis zum Entschluss zur Verschiebung so hoch wie möglich halten wollte, ist derzeit nichts zu spüren.

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