Nico zieht Bruder Keven Schlotterbeck (r.) am Trikot.
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BerlinIm Moment ist das Arbeitsverhältnis zwischen Keven Schlotterbeck und dem 1. FC Union in der Tat eine Win-Win-Situation, wie Oliver Ruhnert, der Manager der Eisernen, in dieser Woche im Fachmagazin Kicker noch einmal betont hat. Einerseits kommt Schlotterbeck, 22, in dieser Saison regelmäßig zum Einsatz, sammelt Spielpraxis, was der Abwehrspieler mit seiner Veränderung von Freiburg nach Köpenick ja zum Ziel hatte. Andererseits erfüllt er bei Union in jedweder Hinsicht die mit dem Leihgeschäft verbundenen Erwartungen. Ruhnert sagt: „Es gibt keinen Grund, nicht mit ihm zufrieden zu sein. Er hat an vielen Dingen gearbeitet, ist ein lernwilliger Spieler, der noch Potenzial hat.“ Stellt sich nur die Frage: Was passiert im Sommer, wenn der SC Freiburg, der heute   die Eisernen im Schwarzwaldstadion zu Gast hat, den in vielerlei Hinsicht weitergebildete Schlotterbeck wieder zurückhaben will? Es gebe eine klare Vereinbarung mit den Breisgauern, sagt Ruhnert, der allerdings nicht auf eine Kaufoption zurückgreifen kann.

Schlotterbeck hat großen Einfluss auf Erfolg

Keven Schlotterbeck zählt wie Marius Bülter, Robert Andrich und Christopher Lenz zu den Profis, die Union-Trainer Urs Fischer mit der perfekten Mischung aus Vertrauen und Fordern   auf Bundesliganiveau gebracht hat. Die der Schweizer mit seinem sicheren Gespür   für die jeweiligen Fähigkeiten und die aktuelle Leistungsfähigkeit zu Stammkräften gecoacht hat. Schlotterbeck beispielsweise ist, assistiert von Marvin Friedrich und Neven Subotic, inzwischen in der Lage, eine Abwehr zu organisieren, hat andererseits ein ganz gutes Gefühl dafür entwickelt, wie man das Spiel zu eröffnen hat. Mit einem gern mal mit Risiko behafteten Pass durch die gegnerischen Linien, mit einem Pass über Subotic und Friedrich hinweg auf die Flügelspieler oder eben in Bedrängnis mit einem langen Ball auf Stoßstürmer Sebastian Andersson. Klar, hin und wieder unterläuft ihm noch der eine oder andere Stellungsfehler und mitunter fehlt ihm auf höchsten Bundesliganiveau noch die notwendige Handlungsschnelligkeit, und doch ist er bei Fischer inzwischen gesetzt.   Auf 14 Einsätze ist er bis dato im Trikot der Eisernen gekommen, und sicherlich wären es ein paar mehr, wenn er im Dezember nicht mit einer Bänderverletzung im Knie beschäftigt gewesen wäre. Dass Union in seiner Abwesenheit in fünf Spielen nur zu vier Punkten kam, ist Fakt, und spiegelt wohl auch seinen Einfluss auf den Erfolg der Mannschaft wider.

Noch ist nicht bekannt, was der Spieler selbst im Sinn hat. Zurück nach Freiburg, um mit seinem zweieinhalb Jahre jüngeren Bruder Nico Schlotterbeck wieder in Konkurrenz zu treten oder eben im besten Fall ein Innenverteidigerpaar zu bilden, oder eben in Köpenick bleiben. Letzteres wäre wohl eine Frage der Ablösesumme.