Gelsenkirchen - Die verzweifelten Hilferufe von Schalke 04 wurden erhört, die Rückkehr des Publikumslieblings ist perfekt: „Heilsbringer“ Klaas-Jan Huntelaar folgt seinem königsblauen Herzen und kehrt zurück ins Revier. Das bestätigte der Verein am Dienstagabend.

„Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Schalke gehört in die 1. Bundesliga. Es liegt jetzt in unserer Verantwortung, dass das auch so bleibt“, sagte Huntelaar. Über die Zahlungsmodalitäten machte der finanziell angeschlagene Revierclub keine konkreten Angaben.

Dass Schalke Verstärkungen dringend benötigt, offenbarte einmal mehr der wenig ermutigende Auftritt beim 1:3 (1:1) bei Eintracht Frankfurt am Sonntag. Die Aufbruchsstimmung ist längst wieder verflogen, nun ruhen die Hoffnungen des tief gefallenen Klubs auf dem „Hunter“. Die rettenden Strohhalme werden angesichts des erneuten Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz immer dünner.

„Die Verpflichtung von Klaas-Jan hat zwei zentrale Komponenten: Sportlich sind seine Qualitäten unbestritten, das hat er erst vergangene Woche mit einem Doppelpack erneut unter Beweis gestellt. Mindestens genauso wichtig sind seine Persönlichkeit, seine große Erfahrung und seine Verbundenheit zu Schalke 04“, sagte Sportvorstand Jochen Schneider. Welche Rolle er am Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) im Krisenduell gegen den 1. FC Köln spielt, ist noch unklar. 

Ajax lässt Huntelaar nur unwillig ziehen

Laut Bild-Zeitung hatte sich Huntelaar, der von 2010 bis 2017 in 240 Pflichtspielen für Schalke 126 Tore erzielte, bereits am Sonntag für die Rückkehr entschieden, doch die erwartete Bestätigung blieb bis zum Dienstag aus. Der Angreifer ist nach Sead Kolasinac der zweite Ex-Schalker, der in der Krise Farbe bekennt und zurückkommt.

Huntelaar hatte zunächst um Bedenkzeit gebeten. Es sei „natürlich eine Gefühlsfrage. Es ist so, als ob du dich zwischen zwei Kindern entscheiden musst“, sagte er. Eigentlich wollte der Niederländer seine Karriere im Sommer bei Ajax Amsterdam beenden.

Nun kommt es ganz anders. Am Sonntagabend stand Huntelaar beim Spiel gegen Feyenoord Rotterdam (1:0) bereits nicht mehr im Kader. Die offizielle Begründung: Wadenverletzung. 

Auch Rafinha im Gespräch

Die Niederländer lassen Huntelaar nur schweren Herzens ziehen, schließlich hat der Torjäger seine Treffsicherheit nicht verloren. „Wenn ein Spieler mit dieser Erfahrung, dieser Aura, dieser Persönlichkeit und diesen Qualitäten sich noch einmal bei uns reinhängen würde, wäre das fantastisch“, hatte Schalke-Trainer Christian Gross bereits am Freitag gesagt.

Shootingstar Matthew Hoppe, der Schalke per Dreierpack in der Vorwoche vor dem Tasmania-Negativrekord bewahrt hatte, traf zwar in Frankfurt erneut (29.), die großen Probleme wird er aber wohl kaum alleine lösen können. Eintracht-Rückkehrer Luka Jovic (72./90.+1) und Andre Silva (28.) bestraften den mutlosen Schalker Auftritt.

„Abgerechnet wird am Schluss“, sagte Gross. „Wir wissen, dass es keine Sprintmeisterschaft, sondern ein Marathon ist.“ Was bleibt, ist Zweckoptimismus – und die Hoffnung auf Huntelaar, der genauso „mit dem Virus Schalke 04 infiziert“ (Gross) ist wie Rechtsverteidiger Rafinha. Auch der Brasilianer, der derzeit für das griechische Spitzenteam Olympiakos Piräus spielt, soll zu den Gelsenkirchenern zurückkehren. „Ich kenne die Gedanken von Schalke und den Verein perfekt, der Klub ist in meinem Herzen. Es gibt Kontakt mit Schalke, zuletzt vor kurzem. Ich habe dort viele Freunde“, erklärte der 35-Jährige zuletzt, bekräftigte aber auch, dass er derzeit ein Spieler von Olympiakos sei. Nicht unwahrscheinlich jedoch, dass auch er bald zurückkehrt.