Der ehemalige NBA-Star Kobe Bryant ist tot.
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CalabasasEs war eine Schockmeldung an einem Nachrichten-armen Sonntagnachmittag in den USA zwischen dem Impeachment-Verfahren in Washington und dem spielfreien Wochenende in der National Football-League vor der Superbowl. Um 11.24 Uhr Westküstenzeit berichtete das Entertainmentportal TMZ, dass die Basketball-Legende Kobe Bryant, 41, bei einem Hubschrauber-Absturz ums Leben gekommen ist. Aus noch ungeklärten Gründen fing Bryants Privathubschrauber Feuer, der Pilot konnte die Maschine nicht mehr unter Kontrolle bringen. Alle vier Insassen und der Pilot waren auf der Stelle tot.

Kobe Bryant: Die schwarze Mamba

Bryant war der überragende Basketball-Spieler der USA in der Ära nach Michael Jordan. In den zwanzig Jahren seiner Profi-Laufbahn zwischen 1996 und 2006 dominierte er das Spiel und prägte die Art und Weise, wie in den USA und weltweit Basketball gespielt wurde. Er trug den Spitznamen Schwarze Mamba.

Der Sohn eines Profi-Basketball-Spielers fiel bereits in seinen High-School-Jahren durch sein überragendes Talent auf. Schon im Alter von 15 Jahren wurden Profi-Mannschaften auf ihn aufmerksam und luden ihn zum Vorspielen ein.

Mannschaftstreue zu den LA Lakers

1996 wurde er dann im Alter von nur 17 Jahren bei der sogenannten Draft für die Profiliga rekrutiert. Die Mannschaft, die ihn ausloste, die Charlotte Hornets, tauschten ihn zu den Los Angeles Lakers, wo Bryant seine gesamte Profi-Laufbahn verbrachte. Diese Mannschaftstreue ist eine der vielen Parallelen zwischen Bryant und Dirk Nowitzki, der wie Bryant mehr als 20 Jahre bei derselben Mannschaft spielte.

Bryant wurde bereits in seiner zweiten Saison bei den Lakers zum Stammspieler, ab seiner dritten Saison der uneingeschränkte Kapitän und Spielmacher der Lakers. Dieses dritte Jahr war auch das Jahr, in dem Bryant mit den Lakers die erste von fünf Meisterschaften gewann.

Gemeinsam mit seinem Gegenpart Shaquille O’Neal und dem legendären Coach Phil Jackson, der bereits die Chicago Bulls zu sechs Titeln geführt hatte, waren die Lakers zwischen 1999 und 2002 praktisch unbesiegbar.

Kobe Bryant: Der untrainierbare Star

Diesen Nimbus verloren die Lakers nach 2002 vorübergehend. Man sprach von Uneinigkeiten zwischen Bryant, O’Neal und Jackson, der Bryant einmal als untrainierbar bezeichnete. Bryant tat sich schwer damit, sein Ego hinten an zu stellen und seine Brillanz in den Dienst der Mannschaft zu stellen.

Hinzu kam, dass sich Bryant in den Jahren 2003/2004 wegen eines Vergewaltigungsprozesses schlecht auf sein Spiel konzentrieren konnte. Eine Hotelangestellte beschuldigte ihn, sie gewalttätig zum Sex gezwungen zu haben.

Bryant wurde freigesprochen. Dass sein Ruf keinen größeren Schaden nahm und er weiter als Superstar das Basketball-Parkett bestimmte, ist nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass die #metoo Ära noch nicht in Schwung war. In der heutigen Zeit hätte Bryant sich sicherlich deutlich schwerer getan.

Nach durchwachsenen Jahren schwangen sich die L.A. Lakers in den Jahren 2008-2010 noch einmal zum Status der dominanten Mannschaft der Liga auf. Das war nicht zuletzt der Rückkehr Jacksons zu verdanken, der einen strategischen Frieden mit Bryant schloss. Bryant wurde somit der Kapitän des mit fünf Titeln erfolgreichsten Teams der Ära.

2016 beendete er seine Karriere nach vielen Verletzungen mit 33.643 Punkten. Erst am Sonnabend hatte Le Bron James, der aktuell ebenfalls für die Lakers spielt, Bryant als drittbesten Werfer der Geschichte abgelöst.