Mona Elwassimy ist nicht so leicht zu beeindrucken. Am Mittwoch trifft die Volleyballerin mit dem Köpenicker SC auf den zehnfachen Deutschen Meister Schweriner SC (18 Uhr, Hämmerlinghalle). Mit einem von Nationalspielerinnen gespickten Kader reisen die Schwerinerinnen zum Auftakt der Bundesliga nach Berlin. „Ich glaube aber schon, dass wir gewinnen“, sagt Elwassimy, 24.

Endlich in die Playoffs

KSC-Trainer Benedikt Frank gefällt die Einstellung seiner neuen Zuspielerin. „Sie hat eine Zockermentalität“, sagt der 34-Jährige, eine Eigenschaft, die den Köpenickerinnen bislang fehlte. Seit Jahren gibt man in der Hämmerlingstraße das Ziel aus, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Playoffs erreichen zu wollen. Seit Jahren scheitert das Team aber in den Pre-Playoffs und scheint ein Abo auf den neunten Tabellenplatz zu haben.

Alles Mögliche haben die Verantwortlichen schon versucht: Vor zwei Jahren verpflichteten sie so viele ausländische Spielerinnen wie nie zuvor, doch dann stellte sich heraus, dass zu viele unterschiedliche Sprachen bei der Kommunikation nicht förderlich sind. Außerdem drückten die Verpflichtungen erheblich auf den Geldbeutel, und der ist beim KSC nicht gerade prall gefüllt. Mit Trainer Frank, der 2013 vom SV Lohhof an die Spree wechselte, starteten die Verantwortlichen das Programm Germanisierung – immer begleitet vom Programm Sparkurs.

Um die Köpenicker Urgesteine Pia Riedel, Jessica Göpner und Ann-Marie Knauf herum hat Frank in der vergangenen Spielzeit einen Kader zusammengestellt, den er rückblickend als „Resterampe der Liga“ bezeichnet. Sieben Spielerinnen sind inzwischen wieder gegangen, darunter die ehemalige Spielführerin und Topscorerin Patricia Grohmann. „Einige Spielerinnen hätten wir gern behalten, denen war aber die finanzielle Situation zu unsicher“, sagt Frank.

Elwassimy will das Team etablieren

Diese Saison kürzte er den Kader auf lediglich elf Spielerinnen zusammen. „Ich wollte die Qualität im Kader heben, sagt er, und nur Spielerinnen verpflichten, die das Team auch wirklich voranbringen.

Eine davon ist Mona Elwassimy. „Sie ist genau das, was ich schon lange gesucht habe“, sagt Frank. Er kannte die Zuspielerin bereits aus ihren Zeiten im bayerischen Landeskader und lobt ihre Konstanz und ihre Siegermentalität.

Elwassimy spielt seit ihrem elften Lebensjahr Volleyball, 2011 gewann sie mit Stuttgart den deutschen Pokal, im Jahr darauf spielte sie mit den Roten Raben Vilsbiburg im Europapokal. „Wir hatten manchmal drei Spiele in einer Woche, da war Volleyball nicht mehr so spaßig“, sagt sie. 2012 nahm sie eine Auszeit vom Profisport, studierte Bildungswissenschaften und arbeitete in einer Schule in München. „Das war eines der schönsten Jahre bislang“, sagt sie.

Ihr sei aber auch klar geworden: „Arbeiten, so ganz normal, werde ich noch genug in meinem Leben.“ Sie wollte zurück aufs Feld und hatte einige lukrative Offerten vorliegen. Ihre Entscheidung für den KSC begründet die gebürtige Münchnerin so: „Mir war wichtig, dass ich nicht irgendwo in der Pampa sitze und vor allem, dass ich nicht auf der Bank sitze.“

Jetzt will die neue Spielführerin des KSC nicht nur sich, sondern vor allem das Team in der Bundesliga etablieren. „Es ist wichtig, dass sich hier eine Familie formt“, sagt sie. Wie lange sie Teil davon sein wird, bleibt abzuwarten.