Bevor es für das komplette Team des 1. FC Union am Montagnachmittag zum Sponsorentermin auf die Internationale Funkausstellung (IFA) ging, trafen sich Trainer Urs Fischer und Sport-Geschäftsführer Oliver Ruhnert in den noch immer dezent nach Rauch riechenden Innenräumen der Haupttribüne an der Alten Försterei zum Nicht-Krisen-Gespräch. Nach acht Punkten aus den ersten vier − ungeschlagenen − Spielen gäbe es auch keinen Grund für schlechte Stimmung. Und doch ließen sich Fischer und Ruhnert ausgiebig Zeit für eine Fehleranalyse.

„Wir haben in Sandhausen nicht so gespielt, wie wir uns das normalerweise vorstellen“, erklärte Ruhnert. Im Spiel nach vorne habe man sich mehr vorgenommen, defensiv zu weit auseinander gestanden. Und tatsächlich: Im ersten Durchgang brachten die Unioner von vier Abschlüssen nicht einen aufs Tor, ließen sich von den Sandhäusern den Schneid abkaufen.

Die Köpenicker hatten Glück, dass Torwart Rafal Gikiewicz seine Vorderleute mit spektakulären Reflexen sogar vor einem Rückstand bewahrte. „Rafa war sehr wach und sehr präsent“, lobte Ruhnert und betonte: „Er hat das Vertrauen des Trainers schon gerechtfertigt.“

Schlechter Rasen

Dass die Offensive der Eisernen im Nordbadischen nicht so Recht in die Gänge kommen wollte, sei, so Ruhnert, auch dem Rasen im Hardtwaldstadion geschuldet gewesen. „Ich will keine Ausreden suchen, aber bei einem solch hohen Rasen unterbindet man ein schnelles Spiel und das wollte man wohl auch in der Konstellation“, vermutete er, wollte seinen Missmut darüber aber nicht als Vorwurf an die Gastgeber verstanden sehen: „Jeder muss vor einem Spiel seine Stärken einbringen und Sandhausen hatte natürlich auch unsere Stärken im Kopf.“

Dass technisch beschlagene Unioner wie Startelf-Debütant Robert Zulj oder der behende Kenny Prince Redondo mit einem solchen Untergrund eher wenig anfangen können, war dem Spielaufbau der Eisernen anzumerken. Zulj nahm Ruhnert gegen aufkeimende Kritik jedoch in Schutz: „Robert ist ein Spieler, der Bälle festmachen kann und vorne anspielbar ist. Damit wird er uns künftig helfen, vorher müssen sich Automatismen in der Mannschaft aber erst einmal entwickeln.“

Dieses Kollektiv, so Oliver Ruhnert, sei das höchste Gut der Eisernen. Und richtig: Als sich die Mannschaft nach der Halbzeitpause dann mehr auf ein Miteinander im Spielaufbau fokussierte, lief es besser. Auch deshalb war der Verlust der zwei Punkte gegen den Tabellen-17. kein Rückschlag. Und ein echtes Krisen-Gespräch zwischen Trainer und Sport-Geschäftsführer auch nicht nötig.