Toni Leistner muss bleiben. So hoch die Angebote auch sein mögen, die Bewerber aus England und der Bundesliga für den Innenverteidiger des 1. FC Union abgeben. Diese Maßgabe  gründet gar nicht so sehr auf der sportlichen Lücke, die der 26-Jährige hinterlassen würde. Das Signal, das von einem Wechsel an die bisherigen Mitspieler ausgehen würde, wäre fatal.

Denn den Leistungsträgern wurde vom Verein klar gesagt, dass kein Stammspieler mit laufendem Vertrag eine Freigabe bekomme. Wenn nun doch einer aus der Pflicht entlassen würde, schürt das den Grimm derer, die im Sommer höherklassigen Offerten gezwungener Maßen entsagt haben.  Und die Verärgerung wäre umso größer, da die Aufstiegschancen durch Leistners Abgang geschmälert würden. Einen Ersatz zu finden und einzubinden, ist in den  zweieinhalb Wochen bis zum Saisonstart nicht einfach.

Selbst finanziell nicht so lukrativ

Damit zusammenhängend: Ein Verkauf wäre selbst finanziell gar nicht so lukrativ. Ja, ein paar Millionen für einen Spieler einzutreiben, der ablösefrei gekommen ist, das scheint ein Hauptgewinn zu sein. Doch geriete Union so in Zugzwang. Schon mit Leistner ist das Abwehrzentrum derzeit quantitativ unterbesetzt. Auf einen Schlag zwei potenzielle Bundesligainnenverteidiger aus dem umkämpften Abwehrspielerbasar zu zaubern, kann teuer werden. Schließlich werden Berater und Klubs die Notsituation der Köpenicker nur allzu gerne zu Geld machen wollen.

Im zehntägigen Trainingslager in Bad Kleinkirchheim haben Trainer und Spieler mit Eifer daran gearbeitet, die kleinen Defizite auszumerzen, die Union in der vergangenen Saison knapp am Aufstieg haben vorbeischrammen lassen. Vor allem wurde geübt, unter Druck die richtigen Entscheidungen zu treffen. Gleiches gilt nun für die Vereinsführung. Toni Leistner darf dann nicht grollen, sondern muss an den Klub denken, mit dem er noch einen Vertrag bis Juni 2018 hat. Davon profitiert letztlich auch er selbst.

Ansetzungen 1. FC Union Berlin