Manchester - Wenn man nach Gründen dafür sucht, dass sich David Wagner nach einer Pause sehnte, dann genügt es, auf sein letztes Spiel als Trainer von Huddersfield Town am vorigen Wochenende zu schauen. Der Tabellenletzte der Premier League brauchte dringend einen Sieg bei Cardiff City, doch daraus wurde nichts. Die Partie endete mit einem 0:0 – auch, weil Schiedsrichter Lee Mason in der Schlussphase einen klaren Strafstoß für Huddersfield wieder zurücknahm.

Wagner hatte sich nie Illusionen darüber gemacht, wie schwer es werden würde, mit dem finanziell unterlegenen Traditionsklub in Englands Milliarden-Liga zu bestehen, doch am Ende war die Situation mit erst zwei Saisonsiegen, acht Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz und ständigen Rückschlägen offenbar zu viel für ihn. Der Verein gab die Trennung „im gegenseitigen Einvernehmen“ bekannt, weil Wagner „eine Pause von den Strapazen“ des Trainer-Daseins benötige.

Unglückliche Fügungen

Sein Aus ist das unromantische Ende eines  Fußball-Märchens. Er führte den Zweitliga-Abstiegskandidaten in die Premier League und schaffte in der vergangenen Saison den Klassenerhalt. Der Klub hat unter Wagner permanent über seinen Möglichkeiten gespielt, und vermutlich war allen Beteiligten klar, dass er irgendwann von der Realität eingeholt werden würde. Das ist in dieser Saison der Fall, in der das Team dramatisch unter fehlender Kreativität und Gefahr in der Offensive leidet. In 22 Spielen gelang ein Stürmertor. So hat man in der Premier League keine Chance. Dazu kamen unglückliche Fügungen wie der verweigerte Elfmeter gegen Cardiff.

Der Klub hofft weiter auf den Klassenerhalt, doch die Chancen darauf sind minimal. In den vergangenen Wochen gingen Spiele gegen Konkurrenten wie Newcastle, Southampton, Fulham und Burnley verloren. Nächster Gegner ist Meister Manchester City, Anfang Februar geht es gegen Chelsea und Arsenal. Huddersfields Rückkehr in die zweite Liga ist kaum abzuwenden.

Wagner dagegen wird sich keine Sorgen um seine berufliche Zukunft machen müssen. Er hat sich für höhere Aufgaben empfohlen, weil er es in Huddersfield zu seiner Spezialität gemacht hat, die Erwartungen zu übertreffen. Allerdings ist nicht absehbar, wie lange es dauert, bis er wieder an der Seitenlinie steht, und es sollte ihn in dieser Hinsicht niemand unter Druck setzen. Wenn er das Gefühl hat, eine Pause zu brauchen, dann soll er sich diese Pause nehmen – und zwar so lange, wie er es für richtig hält.