Eintracht Frankfurt, das berichtet die Bildzeitung, ist an einer Verpflichtung von Außenstürmer Franck Ribéry interessiert. Klingt nach einer Schnapsidee, ist aber keine, im Gegenteil. Die Frankfurter geben Beispiel, wie man als ambitionierter Bundesligist auf dem Transfermarkt agieren muss. Mit einer vernünftigen Basisarbeit, die darin besteht, dass man sich im Windschatten der Großklubs weltweit nach entwicklungsfähigen Spielern umsieht. Aber auch mit dem Mut zum Ungewöhnlichen, der im Fall der Eintracht natürlich auch von einer inzwischen prall gefüllten Kriegskasse getragen wird. Das eine, der über den Verkauf von Luka Jovic (für 60 Millionen Euro an Real Madrid) und Sébastian Haller (für 40 Millionen Euro zu West Ham United) generierte Transferüberschuss, geht da eben mit der Kreativität beim Kaderplanen wunderbar einher. Man könnte auch sagen: Fredi Bobic, der Sportvorstand und Chefeinkäufer der Eintracht, hat derzeit einen unglaublichen Lauf.

Auch wenn Ribéry zehn Millionen Euro im Jahr verdienen sollte, wäre er kein Risiko für die Eintracht. Der Franzose, der beim verjüngungswütigen FC Bayern keinen neuen Vertrag erhalten hatte, mag zwar nicht mehr so unbeschwert und explosiv wie früher sein, hat nicht mehr das Zeug zur Weltklasse, aber im Bundesligaalltag ist er immer noch einer, der mit einer Aktion entscheidenden Einfluss auf ein Spiel nehmen kann.

Auch Klopp zeigt Interesse

Und unabhängig von seiner sportlichen Befähigung ist er qua seiner Vita und seiner Ausstrahlung allemal eine Attraktion. Schon allein über die Trikotverkäufe ließe sich wohl zum größten Teil sein Gehalt refinanzieren, was leicht messbar ist, im Gegensatz zum Imagegewinn, den die Eintracht mit einem wie ihn an vorderster Front hätte. Einer wie er könnte die weit um sich greifende Begeisterung für das Produkt Eintracht weiter steigern.

Dass er selbst an einer ernsthaften Fortsetzung seiner Karriere und nicht nur an Halb-Urlaub-Halb-Profi-Lösung in China oder sonstwo interessiert ist, gibt Ribéry via Instagram zu verstehen. Einen Personal Trainer hat er den Bildern zufolge engagiert, bereitet sich auf seine neue Aufgabe vor. Ein hoch motivierter Ribéry, der vor allem den Bayern beweisen will, dass sie ihn etwas voreilig verabschiedet haben, ist trotz des fortgeschrittenen Fußballalters von 36 Jahren ein vielversprechender Ribéry. Zu diesem Schluss soll auch Jürgen Klopp gekommen sein, der Trainer des Champions-League-Siegers FC Liverpool.