Die Champions League ohne Manchester City ist wie die deutsche Fußball-Meisterschaft ohne den FC Bayern: undenkbar. Der Reichtum beider Vereine mag unter manchen Fans verpönt sein, doch sportlich führt nun einmal kein Weg an ihnen vorbei.

Dennoch könnte die Champions League erstmals ohne den Champion der Premier League stattfinden. Denn seinen Reichtum hat der sich offenbar auf unredliche Weise erworben. Zu diesem Schluss jedenfalls kommen die Finanzkontrolleure des europäischen Verbandes Uefa. Nach Informationen der Zeitung New York Times haben sie gravierende Verstöße gegen die Regeln des Financial Fair Play ausgemacht. Es wird erwartet, dass das Gremium empfiehlt, Manchster City für mindestens eine Spielzeit auszuschließen.

Allgemeine Genesung

Das müsste ganz im Sinne der Uefa sein. Die hat sich ja Ende des vergangenen Jahres selbst belobigt, was die Finanzen der europäischen Topklubs angeht. Eine deutliche Gesundung hat sie festgestellt. 1,7 Milliarden Euro betrugen die Schulden insgesamt im Jahr 2011, 2017 kam ein Gewinn von 600 Millionen Euro heraus. Das klang gut: Alle wirtschaften auf gleiche Weise vernünftig. Alle?

Es könnte sein, dass im Fußball nicht nur das Prinzip gilt: Wo schon viel Geld ist, fließt noch mehr Geld hin. Sondern auch: Wo viel Geld ist, darf mehr ausgegeben werden, als eingenommen wird.

Im Fall von Manchester City wurde im Zuge von Football Leaks Ende vergangenen Jahres bekannt, dass der Klub 2014 offensichtlich gegen die Regeln des finanziellen Fairplays verstoßen hat. Eigentümer Scheich Mansour soll jahrelang verschleierte Zahlungen an den Verein geleistet haben. Abgewickelt worden sei demnach der Betrug über Sponsoren, die viel weniger bezahlt haben sollen, als im Vertrag festgeschrieben war. Die Differenz soll Mansour aus seinem Privatvermögen beigesteuert haben.

Und Paris St. Germain?

Ähnlich soll Paris St. Germain vorgegangen sein. Beide Klubs wurden bisher nicht bestraft, wie sie hätten bestraft werden müssen, weil die zuständigen Kontrolleure zunächst nicht eingebunden wurden. Das war offensichtlich dem Engagement eines gewissen Gianni Infantino zu verdanken, damals Generalsekretär der Uefa, seit 2016 Präsident des Weltverbandes Fifa.

Grundsätzlich ist Hilfsbereitschaft ein edler Charakterzug. Die Frage, wie weit sie gehen darf, haben die Finanzkontrolleure nun für sich aber geklärt. Die Champions League ohne Manchester City mag sportlich ein Desaster sein. Kommt es nun zur erwarteten Empfehlung, und Manchester City nimmt trotzdem teil, wäre es das auch.