Der vermeintlich neue und der vermeintlich alte Boss des FC Bayern sind zwar nicht vom selben Schlag, und doch gibt es allerlei Parallelen zwischen Herbert Hainer, 65, und Uli Hoeneß, 67. Der eine wie der andere stammt aus einer Metzgerfamilie, der eine wie der andere hatte als Kind den Traum von einem Leben als Profifußballer. Wobei Hainer, der im niederbayerischen Dingolfing geboren wurde, früh die Erkenntnis gewann, dass sein Talent dafür nicht reichen dürfte. Zudem haben beide doch erstaunliche Karrieren als Manager hingelegt. Hainer war von 2001 bis 2016 Chef des Sportartikelherstellers Adidas, konnte dabei wiederholt Rekordgewinne vermelden. Hoeneß wiederum formte den FC Bayern nach seiner durch eine Knieverletzung abrupt zu Ende gegangenen Profi-Laufbahn als streitbarer Anführer zu einem Fußball-Wirtschaftsunternehmen von Weltruf.

Herbert Hainer wird auf ausdrücklichen Wunsch von Uli Hoeneß Präsident von FC Bayern

Kennengelernt haben sich die beiden Ende der Neunzigerjahre, als Hainer als Geschäftsführer von Adidas an Verhandlungen mit dem FC Bayern teilnahm. Im Laufe der Zeit sei man sich dann nähergekommen, habe sich auch privat mal getroffen, erzählte Hoeneß einmal. Inzwischen ist von beiden Seiten von einer großen Freundschaft die Rede. Hoeneß stand Hainer zur Seite, als dessen Tochter Kathrin im Jahr 2006 im Alter von gerade 23 Jahren plötzlich verstarb. Und umgekehrt war Hainer einer der Ersten, die Hoeneß nach seiner Verurteilung als Steuerstraftäter im Gefängnis besuchten.

Zuletzt wurde Hainer, der den Einstieg von Adidas als zehnprozentiger Anteilseigner beim FC Bayern forcierte und bereits als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender im Klub aktiv war, als neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes gehandelt. Kein Wunder, da er in der Welt des Fußballs über Deutschland hinaus höchstes Ansehen genießt. Warum er dem Verband eine Absage erteilte, scheint nun klar zu sein. Schon Ende des Jahres soll er auf ausdrücklichen Wunsch von Hoeneß dessen Nachfolge als Präsident und Aufsichtsratschef beim deutschen Rekordmeister antreten.