Christian Kattner - Alba Berlin gegen Bayern München ist es nun also geworden. Eine große Überraschung ist das auch nicht. Die aktuell besten Mannschaften der Basketball-Bundesliga stehen sich im Finale um die Deutsche Meisterschaft gegenüber. Basketball-Herz, was willst du mehr.

Mehr Spannung vielleicht. Denn: Lediglich 19 Play-off-Spiele wurden benötigt, um die Endspielteilnehmer zu ermitteln. Fünf der sechs Serien endeten mit einem klaren 3:0, nur eine mit einem 3:1-Sieg. So viel Einseitigkeit hat es noch nie in der Geschichte der Bundesliga gegeben. Auch eine Neuauflage eines Endspiels aus dem Vorjahr gab es zuletzt 2005 zwischen Bamberg und Frankfurt. Alba erlebte damals so etwas wie die erste sportliche Krise, Bayern München war nur ein kleiner Punkt auf den Karten der Regionalliga.

Beide Mannschaften schicken sich nun an, das Niveau der Bundesliga nicht nur in dieser Saison, sondern in den kommenden Jahren zu bestimmen. Alba gegen Bayern, Berlin gegen München – es dürfte nicht das letzte Aufeinandertreffen dieser beiden Klubs in einem Finale um die Meisterschaft bleiben. Die Ansätze für den sportlichen Erfolg könnten dabei allerdings unterschiedlicher kaum sein. Auf der einen Seite die Münchner.

Die haben bereits angekündigt, ihr ohnehin schon hohes Budget von mehr als 20 Millionen Euro noch einmal zu erhöhen. Ihre neue Halle soll zur Saison 2021/22 fertig sein. Neben dem Tagesgeschäft Bundesliga liegt der Fokus bei den Bayern auf der Euroleague. Stabil zu den besten acht Mannschaften Europas möchten sie gehören.

Der Etat muss wachsen

Euroleague, das haben sie in Berlin immer wieder gesagt, ist auch für Alba das klare Ziel. Mit dem Finaleinzug ist die Teilnahme nun gesichert. Der Weg dorthin wurde mit einem bedeutend schmaleren Etat genommen, von dem Geld viel in die Ausbildung in Nachwuchs investiert. Entwicklungsfähige Spieler wurden und werden verpflichtet. Aber auch in Berlin wird das Budget mit dem Erreichen der Euroleague gesteigert, der wirtschaftliche Abstand zu vielen Mannschaften der Bundesliga vergrößert.

Das ist nötig, um auch in der Euroleague konkurrenzfähig zu sein. Das ist nötig, um vielleicht doch einen Spieler mit etwas größerer Erfahrung zu verpflichten. Das ist nötig, um parallel auch in der Bundesliga weiter oben mitzuspielen. Denn nur so geht es erneut in die Euroleague. Das bedeutet aber erneut eine hohe Belastung. 72 Spiele haben die Bayern bislang absolviert, Alba bringt es auf 68. Oldenburg ging mit gerade einmal 38 Spielen in das Duell mit Berlin. Und wirkte dennoch chancenlos. Ausgerechnet die hohe Belastung mit Spielen auf europäischer Ebene machte den Unterschied. Das hohe Niveau hat die Berliner geformt, Spieler verbessert und auf die Play-offs perfekt vorbereitet.

Auch auf das Duell mit den Bayern. Dreimal hat es das in dieser Saison bereits gegeben. 2:1 steht es für die Münchner, jedes Mal war es knapp. So vorhersehbar die Finalserie zwischen beiden Teams gewesen ist, so würde es nicht überraschen, wenn diese über die vollen fünf Spiele gehen wird. Basketball-Herz, was willst du mehr. Nicht nur in Berlin und München.