Was für ein schönes Vereinsemblem das doch ist, dieser blau-weiß-schwarze Rhombus, entworfen vom ehemaligen Stürmer und Werbegrafiker Otto  Sommer, der die Vereinsfarben der zum Hamburger SV fusionierten Vereine SC Germania, Hamburger FC und FC Falke 1906 auf geniale Weise mit dem Flaggensignal Blauer Peter zusammenbrachte.

Alle Mann an Bord bedeutete dies in der Schifffahrt, nur noch 24 Stunden zur Abfahrt. Nahezu unverändert blieb dieses Emblem seit der Einführung im Jahr 1919, weil es dafür nun wirklich keinen Grund gab. Es war einfach zu großartig, schon allein, weil es so eindeutig war wie kein anderes, noch nicht einmal einen Namenszug, eines Jahreszahl brauchte, um allen zu verdeutlichen: Das ist der HSV, der Großklub aus der Hansestadt Hamburg. 

Die verdiente Strafe

Inzwischen steht diese Raute allerdings für einen Klub, der sich wohl endgültig in eine Sackgasse manövriert hat. Gepampert von einem Milliardär namens Klaus-Michael Kühne, der mit seinen Zugaben die grundsätzlichen Probleme dieses Klubs einerseits nur kaschiert hat, andererseits mit seinen Einmischungen ins Personaltableau diese grundsätzlichen Probleme noch weiter verstärkt hat. Abgestiegen, in der Hoffnung, dass man das eine Jahr in der Zweiten Liga zum Relaunch nutzen kann, wie das ja schon dem ein oder anderen Konkurrenten gelungen war. Dabei gescheitert, und das so kläglich, dass die Strafe, sich mindestens noch ein weiteres Jahr mit Klubs wie Sandhausen oder Heidenheim messen zu müssen, wohl verdient ist.

Mindestens, denn für den Moment gibt es nur wenig Anzeichen, dass dieser HSV schon bald eine Renaissance erfährt. Die Mannschaft? Ein Kollektiv von überbezahlten Unfähigen, die das Erbe eines Uwe Seeler oder eines Horst Hrubesch konterkarieren. Wobei man ihnen es noch nicht mal zum Vorwurf machen kann, dass ihnen fußballerische Grenzen gesetzt sind.

Ein gescheiterter Kaderplaner

Der Trainer Hannes Wolf? Einer dieser jungen Theoretiker, die in der täglichen Praxis dann doch gern mal überfordert sind. Es wäre fatal, mit ihm in die kommende Saison zu gehen.

Der Sportvorstand Ralf Becker? Ein grundsätzlich sympathischer Typ, der allerdings sowohl den Kader zusammengestellt als auch Wolf verpflichtet hat, was zweifellos seine Befähigung in Zweifel zieht.

Und die Klubspitze mit dem Präsidenten Marcell Jansen und dem Vorstandsvorsitzenden Bernd Hoffmann? Nun, diese Besetzung ist eigentlich nur konsequent für einen Klub, der seine Zukunft verspielt hat.