Bruno Labbadia war diese Woche etwas unzufrieden mit dem Training seiner Profis.
Winter

Bruno Labbadia vermisst bei Hertha BSC vor der schier unlösbaren Aufgabe beim Fünffach-Champion FC Bayern einen energischen Kampf um die Startplätze. „Konkurrenzkampf stelle ich mir anders vor. Ich sehe es nicht so, dass wir einen riesigen Kader haben“, sagte der Trainer am Freitag angesichts weiter fehlender Verstärkungen und neuer verletzter Profis. Einen weiteren schwachen Moment des Kontrahenten wie zuletzt in der Fußball-Bundesliga in Hoffenheim (1:4) erwartet Labbadia am Sonntag (18 Uhr) in München nicht.

Beim jüngsten Supercupsieg der Bayern gegen Borussia Dortmund, mit dem sie Titel Nummer fünf perfekt machten, habe Kollege Hansi Flick „den einen oder anderen draußen gelassen“, bemerkte Labbadia: „Sie werden gegen uns eher mit voller Kapelle spielen.“ Bei Hertha fallen nach Arne Maier und Javairo Dilrosun nun auch noch Mathew Leckie und Karim Rekik angeschlagen aus. Der Trainer sprach von einer „normalen Trainingswoche“, in der sich sein Team in Vorbereitung auf die Bayern „einiges erarbeiten“konnte. Vor allem die Organisation müsse stimmen. Nach Kampfansage hörte sich das nicht an.

Schon vor dem schwierigen Gastspiel in München mussten sich die Hertha-Chefs mit Dingen beschäftigen, die danach liegen. Zumindest die teilweise Lockerung der Abstellfrist und die Aussagen des Gesundheitsamtes in Berlin sorgten für leichte Entspannung. Dass Nationalspieler nach den Länderspielen auch in Corona-Risikogebieten mit entsprechenden negativen Tests ohne Quarantäne zurückkehren können, sein ein Fortschritt gegenüber September, betonte Preetz: „Ich haben die Hoffnung, dass wir alle Nationalspieler, wenn sie zurückgekommen sind, dann gegen Stuttgart einsetzen können.“

Den neuerlichen Wirbel um eine mögliche Verpflichtung von Mario Götze legte Preetz schnell ab. Mit Blick auf die „letzten Zentimeter eines langen Transferfensters“ sagte er nur: „Spätestens Montag wird es mit den Spekulationen auch vorbei sein.“ Zuvor hatte die „Sport Bild“ von Kontakten zwischen Preetz, Herthas Sportdirektor Arne Friedrich und dem Ex-Dortmunder berichtet. Götze ist derzeit vereinslos und könnte daher auch noch nach Ende der Transferfrist am Montag zu einem neuen Arbeitgeber wechseln.

Die Hertha-Chefs hatten mehrmals betont, dass sie für einen einzelnen Spieler das Gehaltsgefüge nicht sprengen werden. Auch im Transfer-Endspurt will der Hauptstadt-Club keine finanziellen Abenteuer eingehen. Ausufernde Gehälter und Ablösesummen von 30 Millionen Euro oder mehr - „das wird es bei Hertha BSC nicht geben“, beteuerte Preetz.

Zwar sprach Labbadia von einer bisherigen Transferperiode, „die wir uns anders gewünscht haben“. Doch angesichts der vielen wirtschaftlichen Fragezeichen in der Corona-Pandemie werde der Club weiter „verantwortungsvoll“ mit der durch die Investoren-Millionen von Lars Windhorst verbesserten finanziellen Situation umgehen, betonte Preetz.

Bislang sind in diesem Sommer außer Lucas Tousart, der schon im Winter zuvor verpflichtet wurde, Torwart Alexander Schwolow vom SC Freiburg, Deyvaisio Zeefuik vom FC Groningen und Stürmer Jhon Cordoba vom 1. FC Köln neu zu Hertha gekommen. Interesse sollen die Berliner weiter am französischen Mittelfeldspieler Jeff Reine-Adélaide haben, der mit Tousart bei Olympique Lyon gespielt hatte.