Brennende Feuerwerkskörper in beiden Fan-Lagern, Raketen auf Zuschauer, Vermummung und Provokationen – alles zur besten Sendezeit. Die Szenen der Eskalation im DFB-Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC waren erschreckend, aber nicht neu. Pyromissbrauch, Gewalt und Hass legen sich seit Jahren wie ein Schatten über den deutschen Fußball.

Neu ist, dass die Sender ARD und Sky die Exzesse zwischen vermeintlichen Fans so übertragen. Rund vier Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die fünfzehnminütige Gewaltparade in der Pokalrunde.

Beihilfe für Hooligans

Nun sind die Szenen – auch aus den Übertragungen – im Internet aufrufbar. Insbesondere die öffentlich-rechtliche ARD leistete zumindest unfreiwillige Beihilfe für die Hooligans, indem sie ihnen die Bühne zur Primetime bot. Der Sender hatte aus 32 Erstrundenspielen für seine Live-Übertragung genau das mit der höchsten Wahrscheinlichkeit der Eskalation ausgesucht. Wer zynisch denkt, könnte zum Schluss kommen, dass die hohe Einschaltquote der Wahl am Ende Recht gegeben hat. 

Hat denn jemand wirklich geglaubt, dass Ultras und Hooligans im größtmöglichen Rampenlicht friedlich und tatenlos bleiben würden? Die Vorgänge wurden ja vorbereitet. Der Rostocker Anhang hatte ein 2014 gestohlenes Banner der Berliner in das Stadion geschmuggelt und verbrannt. Dem sportlichen Gegner Vereins-Insignien abzunehmen gilt unter Ultras als Tröphäen-Gewinn. Diese effektvoll zu präsentieren und den Gegner zu verhöhnen ist eins der gängigsten Mittel der Provokation. Diese Bilder so zu zeigen, spielt den Randalierern in die Hände. Sie wollen gesehen werden.

Klare Botschaft aus der eigenen Kurve

Doch es gab an diesem düsteren Abend auch einen Hoffnungsschimmer. Und das war nicht nur Mitchell Weisers Vollspanntreffer zum 1:0. Es war der Großteil der Rostocker Fans, die während des gesamten Spiels friedlich geblieben waren. Sie skandierten zum Ende des Spiels gegen die Chaoten: „Und ihr wollt Hansa Rostock sein?“

Nur hier kann die Lösung des Problems beginnen. Bei den Fans selbst. Mit einer klaren Botschaft aus der eigenen Kurve.