Stuttgart - Für Turn-Ass Marcel Nguyen ist der Traum von den vierten Olympischen Spielen geplatzt. Der zweimalige Olympia-Zweite zog sich am Donnerstag bei einem Trainingsunfall in Stuttgart einen Kreuzbandriss zu. Der 33-Jährige soll zeitnah, wenn möglich in der kommenden Woche, operiert werden, teilte sein Manager Jens Zimmermann am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit. Nguyen wollte nach längerer Verletzungspause bei den Deutschen Meisterschaften vom 3. bis 6. Juni in Dortmund sein Comeback geben und sich für seine vierten Olympischen Spielen nach 2008, 2012 und 2016 qualifizieren.

Nguyen: „Ich bin total deprimiert“

Nguyen, der bei den Olympischen Spielen 2012 in London jeweils Silber im Mehrkampf und am Barren gewonnen hatte, hatte immer wieder mit langwierigen Verletzungen zu kämpfen. Bei den Heim-Weltmeisterschaften 2019 in Stuttgart fehlte er wegen Schulterproblemen. Im vergangenen Jahr hatte er lediglich zwei Bundesliga-Wettkämpfe bestritten. Zuletzt konnte der 33-Jährige wegen Problemen mit dem rechten Handgelenk nur eingeschränkt trainieren und fehlte deswegen auch bei den Europameisterschaften im April in Basel.

Ein missglückter Abgang von den Ringen im Training sorgte nun für das Olympia-Aus. „Ich bin total deprimiert“, sagte Nguyen. Ob der dreimalige Europameister nun neben der olympischen auch seine sportliche Karriere überhaupt beenden muss, ist offen. Sein Ziel, bis zu den EM im kommenden Jahr in München weiter zu turnen, „ist nun in weite Ferne gerückt“.