GelsenkirchenSchweinfurt 05. Ein Viertligist. Zu Hause! Zur besten Kaffee-und-Kuchen-Zeit. Wenn nicht jetzt, wann dann? Nach 22 Ligaspielen in Folge ohne Sieg könnte Schalke 04 im DFB-Pokal am Dienstag (16.30 Uhr/Sky) tatsächlich mal wieder gewinnen - oder sich eine Blamage einfangen, die schlimme Folgen für das eminent wichtige Kellerduell beim FSV Mainz 05 am Sonnabend hat.

Nach dem monatelangen juristischen Gezerre zwischen Schweinfurt und Türkgücü München um das Antrittsrecht ist Schalke-Trainer Manuel Baum jegliche Kaffeesatzleserei leid. „Ich denke nicht so, dass ich mich frage: Was kann das oder das Ergebnis für Auswirkungen haben?“, sagte er: „Diese ganzen Szenarien würden mich nur behindern, die lasse ich lieber weg.“

Schalke-Trainer Baum: „Die Köpfe hängen“

Fakt ist: „Bei uns hängen die Köpfe“, sagte Baum. Das 1:1 gegen den VfB Stuttgart nach der immerhin ersten Liga-Führung seit viereinhalb Monaten war wieder mal zu wenig, um eine Stimmungswende zu schaffen. Schalke bleibt eine Lachnummer. „In unserer WhatsApp-Gruppe ging der eine oder andere Spruch und Witz rum“, berichtete der Schweinfurter Torhüter Luis Zwick.

Dabei plagen den fränkischen Traditionsverein genügend eigene Sorgen: Er hängt angesichts des Hickhacks in der Regionalliga Bayern immer noch in der verlängerten Saison 2019/20 fest. Der SV Schalding-Heining hatte zuletzt auf der Anreise nach Schweinfurt einen Verkehrsunfall, das Spiel gegen den FC Memmingen fiel auch aus. Am Montag sollte im Bayerischen Fußball-Verband (BFV) die Entscheidung über ein pandemiebedingtes Vorziehen der Winterpause fallen.

In all dem Chaos richtet sich Schweinfurt an dem Schalke-Spiel auf. „Es ist eine brutale Spannung, das ist ein extremes Highlight“, sagte Zwick vor dem um sieben Wochen verspäteten Abschluss der ersten Pokalrunde: „Wir müssen mit wahnsinnigem Mut auftreten.“ Trainer Tobias Strobl hat Hoffnung: „Vielleicht kann an einem perfekten Tag eine Sensation gelingen.“

An einen perfekten Tag können sich die Schalker kaum noch erinnern. Der letzte Sieg datiert vom 17. Januar gegen Borussia Mönchengladbach - es war der Rückrundenauftakt. Inzwischen müssen sich die Königsblauen als „Jäger“ der historischen Bundesliga-Negativmarke von Tasmania Berlin (31 Spiele ohne Sieg) verspotten lassen.

„22, ich beschäftige mich wirklich nicht mit dieser Zahl“, versicherte Baum. „Das ist rückwärtsgewandtes Denken. Wir dürfen uns nicht runterziehen lassen und auf dieser Zahl rumreiten.“

Das Beste wäre, sie aus der Welt zu schaffen - mit einem Sieg gegen Schweinfurt und vier Tage später bei den punktlosen Mainzern. Auch dann wird es wieder heißen: Wenn nicht jetzt - wann dann?