Bad Saarow - Das Prädikat „sensationell“ will Oliver Ruhnert einem potenziellen Klassenverbleib des 1. FC Union nicht anheften. Aber eine „überragende Geschichte“ wäre es für den Manager der Berliner schon, sollte der 56. Bundesliga-Neuling nicht sofort wieder zurück in die Zweitklassigkeit müssen. „Ich bin da sehr optimistisch, dass wir eine Mannschaft haben, die das schaffen kann“, sagte der Geschäftsführer Profifußball am Montag im Trainingslager im brandenburgischen Bad Saarow.

Mit malerischem Blick auf den Scharmützelsee residieren die Köpenicker im ersten von zwei Vorbereitungscamps, sieben Kilometer weiter auf dem Platz des SV Eintracht Reichenwalde verschafft sich Coach Urs Fischer den Eindruck über den Stand seines Teams anderthalb Monate vor Saisonstart.

Angesichts von bereits acht Neuzugängen zog Ruhnert ein zufriedenes Zwischenfazit der Transferbemühungen: „Ich gehe davon aus, dass wir nächste Woche mit dem Trainingslager in Österreich sehr, sehr weit sein werden.“ Es sei „nicht alltäglich“, dass ein Aufsteiger schon vor dem Trainingsstart das Aufgebot „nahezu komplett“ habe, lobte Coach Fischer den Kaderplaner.

Was wird aus Friedrich?

Doch zumindest auf der Innenverteidigerposition sieht der Club noch weiteren Bedarf. Favorisierte Lösung ist weiterhin eine Rückholaktion von Marvin Friedrich vom FC Augsburg. „Wir sind in Gesprächen“, sagte Ruhnert. Mit Erlaubnis seines Vereins fehlte Friedrich beim Trainingsauftakt der Schwaben am Montag. Manager Stefan Reuter erklärte, dass die Gespräche „relativ weit“ seien, ohne sich jedoch auf einen Verein zu beziehen. Es gebe noch nichts „Finales“ zu verkünden.

Friedrich hatte in der Aufstiegssaison alle 38 Pflichtpartien von Union über die komplette Spieldauer absolviert. Der FC Augsburg zog nach dem Ende der Spielzeit jedoch die vertraglich verankerte Rückkaufoption.

Sollte die gewünschte Wiederverpflichtung gelingen, könnte Friedrich auch an der Seite von Youngster Keven Schlotterbeck auflaufen. Der 21-Jährige wurde auf Leihbasis vom SC Freiburg verpflichtet und könnte Druck auf Stammkraft Florian Hübner ausüben. (dpa)