Trotz sengender Hitze ließ Hertha-Trainer Jos Luhukay seine Spieler eine 20-minütige Extra-Laufeinheit absolvieren. Nach dem anderthalbstündigen Teamtraining hätte so mancher Bundesliga-Fußballer der Berliner gerne darauf verzichtet. Neuzugang Sebastian Langkamp verließ den Schenckendorffplatz indes mit einem Lächeln im Gesicht. Dem 25-Jährigen Ex-Augsburger ist die Freude an seinem Beruf momentan deutlich anzusehen.

Viel zu lange hat Langkamp auf Fußball verzichten müssen. Sein letztes Pflichtspiel liegt nicht weniger als 233 Tage zurück, eine hartnäckige Leistenverletzung hatte den Innenverteidiger immer wieder außer Gefecht gesetzt. „Das war für den Kopf nicht leicht“, blickt er zurück. „Zwischenzeitlich konnte ich schon wieder trainieren, aber ich kam nie hundertprozentig auf die Beine.“ Mitte April half nur noch eine Operation, heute ist der 1,91-Meter-Hüne beschwerdefrei.

Nächster Karriereschritt in Berlin

Nach zwei Spielzeiten beim FC Augsburg will Langkamp den nächsten Karriereschritt machen. Im ersten Jahr könne es nur gegen den Abstieg gehen, doch im Gegensatz zu Augsburg, wo die Möglichkeiten limitiert seien, sieht er bei Hertha großes Potenzial. „Der Verein muss wieder eine Wucht werden“, sagt er. Dazu will Langkamp einen Teil beitragen.

Um sich einen Platz im Hertha-Team zu erkämpfen, verzichtete er auf seinen Urlaub und arbeitete stattdessen mit einem Personal-Trainer an seiner Fitness. Über die interne Konkurrenz im Kampf um einen Stammplatz spricht er mit höchstem Respekt, doch natürlich meldet auch Langkamp Ansprüche an. „Ich habe zwar nicht so viel Bundesligaspiele gemacht wie Lewan Kobiaschwili“, sagt er mit Blick auf Herthas Routinier, „aber ich bin auch kein Jungspund mehr, der sich hinten anstellen muss.“ Dennoch benötigt er dringend Spielpraxis, die kommenden Vorbereitungsspiele sind wichtig für Langkamp.

Ins Hertha-Team fühlt er sich schon jetzt gut integriert, von der Hauptstadt hat er bislang allerdings wenig gesehen. Eine Wohnung hat er noch nicht. „Ich will erst mal den richtigen Stadtteil für mich finden“, sagt Langkamp, dessen Umsichtigkeit schnell auffällt. Abseits des Rasens sucht er Ausgleich zum Fußball, lernt zum Beispiel seit geraumer Zeit Spanisch. An einen Wechsel auf die iberische Halbinsel denkt er allerdings nicht. Vorerst gilt seine ganze Aufmerksamkeit der neuen Herausforderung bei Hertha BSC. (dpa)