Langzeitplan mit Hertha BSC: Investor Lars Windhorst.
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BerlinInvestor Lars Windhorst hat dem Fußball-Bundesligisten Hertha BSC eine weitere Finanzspritze in dreistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. „Wir sind bereit, nochmals einhundert, einhundertfünfzig Millionen Euro Eigenkapital zu investieren, wenn der Bedarf bestehen sollte“, sagte Windhorst in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“. Über die genaue Höhe, den Zeitpunkt und die Modalitäten eines Nachschlags für die Berliner äußerte sich der 43 Jahre alte Unternehmer nicht. „Das kann ich letztlich nicht beantworten. Wann und ob es diesen Bedarf gibt, muss die Geschäftsführung von Hertha BSC entscheiden. Präsidium und Geschäftsführung wissen, dass wir fest an ihrer Seite stehen und als Partner bereit sind, Hertha zu unterstützen. Zu welchen Konditionen? Das muss man zu gegebener Zeit in Ruhe besprechen“, sagte Windhorst.  

Über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor hatte Windhorst 2019 für 224 Millionen Euro insgesamt 49,9 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erworben. Er kann insgesamt vier Aufsichtsräte stellen. Am Sonntag war bekannt geworden, dass der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann und der Trainer-Berater Marc Kosicke für Windhorst in das Gremium einziehen werden. In seinem langfristigen Plan, Hertha BSC an die europäische Fußball-Elite zu führen sieht sich Windhorst noch ganz am Anfang.

„Nach den Turbulenzen, die durch den abrupten Weggang von Jürgen Klinsmann entstanden sind, kam sofort die Corona-Krise. Wir haben die Zeit genutzt, uns neu aufzustellen und die neuen Berater an Bord zu holen. Ansonsten gibt es keine konkreten Maßnahmen oder Ideen, die wir verkünden könnten“, sagte er.

Erneut äußerte sich Windhorst als Gegner der 50+1-Regel, die einen zu großen Einfluss von Geldgebern in der Bundesliga verhindert. „Es stimmt, es ist gerade für viele Finanzinvestoren schwierig, sich in Unternehmen zu engagieren, in sie Geld reinzugeben – und letztlich nichts zu sagen zu haben.“

Sein Berliner Engagement bewertet er dennoch positiv. „Ich freue mich schon sehr darüber, dass ich durch meinen Einstieg einen großen Beitrag dazu leisten konnte, dass Hertha als einer der wenigen Klubs der Bundesliga finanziell sehr stark dasteht und sich zumindest wegen der Auswirkungen der Corona-Krise keine unmittelbaren finanziellen Sorgen machen muss“, sagte Windhorst.