Füchse-Trainer Velimir Petkovic lief kritisch die Auswechselbank entlang und schaute seine Spieler einen nach dem anderen mit der Frage im Kopf an, wer es denn richten könnte gegen Balingen. Sieben Minuten vor Abpfiff lag seine Mannschaft mit drei Toren zurück, die letzte Chance also. Der 63-Jährige vertraute schließlich auf seine erste Sieben. Rückraumspieler Paul Drux erkämpfte einen Siebenmeter, Kapitän Hans Lindberg traf (54., 26:24). Der nächste Strafwurf saß ebenfalls. Kurz keimte die Hoffnung auf, dass es für zwei Punkte reichen könnte. Doch letztlich kam der Schlussspurt zu spät – die 30:31-Niederlage gegen den Aufsteiger war nicht mehr abzuwenden. „Keine Frage, das ist nicht einfach hier, aber einunddreißig Gegentore sind einfach zu viel“, analysierte Drux nach der Partie.

Die Frustration war dem Nationalspieler anzumerken, der sich nur zu bewusst war, dass genau das passiert war, worauf sich seine Mannschaft versucht hatte vorzubereiten. Mit viel Körpereinsatz hatten sich die Balinger Kreisspieler Platz vor dem Tor verschafft, um dann selbst zu verwandeln oder die Sperre so geschickt zu stellen, dass der Rückraum perfekt in Szene gesetzt wurde. Eigentlich ging das etwas leicht, wenn man in Betracht zieht, dass die Füchse zu den Spitzenmannschaften der Bundesliga zählen wollen. Davon war am Sonntag jedoch nicht viel zu sehen.

Nachdem Silvio Heinevetter in den ersten Minuten immerhin einige Bälle halten konnte, kam auch über die Torhüter-Position im Spielverlauf immer weniger. Alleredings konnte auch der später eingewechselte Dejan Milosavljev daran nichts ändern.

„Zur Abwehr- und Torhüterleistung brauchen wir nichts sagen, da haben wir keine Hilfe bekommen“, befand Fabian Wiede. Für ihn lag das Problem darüber hinaus aber an anderer Stelle: „Wir haben zum Anfang die freien Bälle nicht reingemacht und dann in der zweiten Halbzeit den Kopf verloren. Irgendwann sind wir Balingen nur noch hinterhergerannt.“

Achtzehn Fehlwürfe

Allein elf Fehlwürfe zeigte die Statistik nach den ersten dreißig Minuten, achtzehn nach dem gesamten Spiel. Da fehlte den Berlinern die letzte Konsequenz und am Ende sicherlich gleichermaßen die Kraft. Der psychische Faktor nach dem Ausfall von Simon Ernst ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

„Wir müssen Lösungen finden, damit wir das Spiel auf mehrere Schultern verteilen können, um Simon so gut wie möglich zu ersetzen“, erklärte Drux vorausblickend. Viel Zeit bleibt dafür nicht. Bis zum nächsten Bundesliga-Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen am 3. November sollte Petkovic erste Resultate aufweisen können. Die Bank hätte er nominell zur Verfügung.