Berlin„Ich glaube, das wird was wirklich Großes“, sagt Axel von Saldern. Er klingt begeistert. Der Immobilienunternehmer aus Berlin-Zehlendorf spricht von der Europaliga im American Football, die im Sommer 2021 mit bislang sechs deutschen Teams loslegen will. Am Telefon hat sich von Saldern so gemeldet: „Hallo, ich bin der Geschäftsführer des Berliner Teams. Ich vertrete das Berliner Franchise.“

Einen Namen hat das Team noch nicht. „Wir wissen auch noch nicht, in welchen Farben wir spielen“, sagt von Saldern. Aber der 51-Jährige, der früher bei den Berlin Bandits auflief, sieben Jahre lang auch in der zweiten Bundesliga, weiß, dass er Bock auf das neue Projekt hat: „Wir wollen Football dahin bringen, wo er hingehört.“ Wobei die neue Liga kein Revival der NFL Europe sein soll, die 2007 einen Crash hinlegte, das Team von Berlin Thunder eingeschlossen.

Der Fokus soll auf den Helden aus der Region liegen

Anders als damals soll es jetzt nur vier Importspieler aus den USA geben sowie einige europäische Ausländer. Anders als damals soll der Fokus auf den Helden aus der Region liegen. „Ich will aus allen Mannschaften, die wir in Berlin und Brandenburg haben, die besten drei, vier, fünf Spieler holen“, sagt von Saldern. „Ich glaube, dass Berlin und Brandenburg ein unglaubliches Repertoire an Talenten haben.“ Er plant mit 50 Mann im Kader und 13 Trainern, Physiotherapeuten und Ernährungsberatern.

Neben dem Team aus Berlin sind in der Premierensaison Mannschaften aus Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, Ingolstadt, Hannover/Hildesheim, Polens Meister Wroclaw Panthers sowie vermutlich ein achtes Team am Start.

Später sollen in der European League of Football (ELF) bis zu 20 Mannschaften aus zehn Ländern spielen. Von Saldern stellt sich Kooperationen mit den Berliner Vereinen vor, denkt an Kooperationen mit Schulen. „Weil es bei uns keine Highschools und kein College-Football gibt, müssen wir die Jungs zur Basis in die Vereine bringen“, sagt er.

Foto: privat
Zur Person

Axel von Saldern ist der Geschäftsführer des neuen Berliner American-Football-Teams, das 2021 in der European League of Football (ELF) antreten wird. Der 51 Jahre alte Immobilienunternehmer spielte früher bei den Berlin Bandits in der Zweiten Bundesliga.

Die Spielstätte des Berliner Franchise steht noch nicht fest. Das Poststadion mit einer Kapazität von 10.000 Plätzen, in dem die Adler in der 2. Bundesliga Nord antreten, böte sich an. „Dazu kann ich noch nichts sagen. Auch wegen Corona waren wir noch nicht in der Lage, Verträge zu schließen“, sagt von Saldern. „Wir würden aber gerne mit einem kleinen Stadion anfangen. Dreimal ausverkauft hört sich großartig an“, findet der Unternehmer, der Mitinvestoren in der Football-GmbH hat. Aus der Berliner Footballszene möchte er noch einen All-Time-Topscorer mit geballter Footballkompetenz für sein Franchise begeistern.

„Wir lieben diesen Sport. Wir gehen alle ein hohes Risiko ein“, sagt von Saldern, der in der ersten Saison mit einem Budget von einer dreiviertel Million Euro plant. In drei Jahren, sagt er, wolle er nur noch bezahlte Spieler haben: ein Team, das einen normalen Arbeitstag zusammen verbringt, inklusive des gemeinsamen Essens und mehrerer täglicher Trainingseinheiten.