BerlinAuf die Frage, wie er einst zum Gehen gekommen sei, muss Hagen Pohle ein wenig lachen. „Das war reiner Zufall“, sagt er. Eigentlich war der im brandenburgischen Frankfurt/Oder geborene Pohle damals zum Laufen an die Sportschule in Potsdam gegangen. „In einem Alter, in dem man vieles, was ungewohnt aussieht, noch nachäfft und nachahmt“, sagt der heute 28-Jährige. Und so machte Pohle eines Tages eben auch das Gehen nach – unwissentlich unter Beobachtung einer Trainerin der Sportschule. Die wiederum bewertete die Imitationsbemühungen als so realitätsnah und technisch sauber, dass sie ihn prompt ansprach, ob er den Sport nicht mal ernsthaft ausprobieren wolle.

Heute ist Hagen Pohle einer der besten Geher Deutschlands. 2013 wurde er mit 21 Jahren deutscher Meister über 20 Kilometer, 2016 nahm er an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teil, und auch die Qualifikation für die Spiele in Tokio im kommenden Jahr steht kurz bevor. Dort hätte der Athlet vom SC Potsdam die Chance, seinem in Deutschland wenig populären und oft etwas belächelten Sport ein bisschen zusätzliche Aufmerksamkeit zu verschaffen. Das Hauptziel während des Rennens wäre jedoch ein anderes: Bloß nicht anfangen zu laufen.

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