Nina Meinke
Foto: Imago Images

BerlinNina Meinke hat ein Ziel, das ihr das Laufen erleichtert, ihre Schritte beflügelt. Die Berliner Boxerin darf zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder in den Ring: Am 18. Juli verteidigte sie auf der Seebühne in Magdeburg ihren Europameister-Titel im Federgewicht mit einem klaren Sieg über Edina Kiss. Währen ihrer Trainingsläufe hört sie Motivationsmusik aus zusammengeschnittenen Videos, Bässe, die sich mit Fetzen aus Kampfkommentaren abwechseln. 

Grafik: BLZ/Hecher

Dreimal wöchentlich geht Nina Meinke laufen. Eine ihrer Lieblingsstrecken führt sie von ihrer Haustüre in Spandau Richtung Hugo-Cassirer-Straße rechts über die Wasserstadtbrücke und wieder rechts Am Havelgarten entlang. Am Ende der Parkanlage biegt die 27-Jährige in die Rhenaniastraße, die sie wie die meisten Spandauer „Biberstraße“ nennt, „weil im angrenzenden Rohrbruchteich Biber sind“.

Normalerweise biegt Nina Meinke dann links in den Bootshausweg, vorbei am Kanuklub Zugvogel und am Ruderklub Phönix, in dem ihr Vater früher aktiv war. Auf etwa fünf Kilometer schätzt sie die Runde, wenn sie von dort aus am Alt-Berliner-Schifffahrtskanal zurück auf die Wasserstadtbrücke joggt. „Wenn die Strecke länger werden soll, laufe ich ein oder zweimal um den See“, sagt Meinke, die am liebsten direkt nach dem Aufstehen loslegt, weil sie vor dem Joggen nicht essen kann und sich dann auf ein schönes Frühstück freut.  

Eine andere Strecke, die die Boxerin vor allem an heißen Sommertagen mag, führt durch den Spandauer Forst. Die Musik aus ihren Kopfhörern gibt ihren Schritten Rhythmus. „Wenn ich keinen Takt habe, laufe ich unrund“, sagt Meinke. Sie hört dann die Boxkommentare zur Musik, den Applaus der Zuschauer und hofft, dass das Hygiene- und Sicherheitskonzept ihres Boxstalls SES von den Behörden genehmigt wird, damit sie in zwei Wochen den Applaus der Zuschauer auch im Ring auf der Seebühne hören kann.