Der Schauspieler Tobias Langhoff.
Foto: Markus Wächter

BerlinImmer an der Wand lang, das ist der Tipp von Tobias Langhoff für besonders ausdauernde Jogger. Die Wand steht nicht mehr, die Berliner Mauer, aber der dazugehörige Weg ist noch da und bietet viel Platz und vor allem Länge. „Der Klassiker“, sagt der 57 Jahre alte Schauspieler. „Ich fädle in Prenzlauer Berg am Mauerpark ein, dann kommt ein Radweg und es geht über die Bornholmer Brücke. Und weiter, weiter, ewig weiter.“ Über den Nordgraben, vorbei an Teichen. „Das Schöne ist die unterschiedliche Vegetation“, sagt Langhoff. „Man sieht Holunderbüsche, Raps, Getreide.“

Die Bezirke Reinickendorf und Pankow begegnen sich an dieser Linie. Das Märkische Viertel liegt auf westlicher Seite: Merkwürdiges Viertel, wie der Volksmund den Namen der Hochhaussiedlung verballhornt. Zu Mauerzeiten war hier im französischen Sektor die Welt zu Ende.

Grafik: BLZ/Sabine Hecher

Merkwürdig kommt Langhoff in Berlin allerdings schon lange keine Wegmarke mehr vor. Er war bereits frühzeitig rennend interessiert. „Nach der Wende bin ich irgendwohin in den Westen gefahren und von dem Punkt aus zurückgelaufen.“ So erkundete er den ihm unbekannten Teil der Stadt. „Das Schöne ist ja, dass man immer den Fernsehturm sieht und weiß: ,Dahin muss ich zurück.‘“

Den Fernsehturm sieht Langhoff auch irgendwann auf seiner Mauerstrecke. Nämlich, wenn er die Lübarser Höhe erklommen hat. 85,3 Meter über Normalhöhennull, was die Berliner halt so Höhe nennen. „Man hat einen tollen Blick auf die Stadt“, sagt Langhoff.

Schließlich geht es wieder Richtung Fernsehturm. Normalerweise läuft Langhoff nicht gerne dieselbe Strecke hin und zurück. Er bevorzugt Rundkurse, zum Beispiel im Humboldthain oder auf einer Schleife durch den Volkspark Friedrichshain und Volkspark Prenzlauer Berg. Der Vorteil an der Mauerstrecke aber ist: „Man kann nicht abkürzen.“ Und das übt bei dieser langen Distanz ungemein.