Ein schnelles Trio für die Bahnrad-WM: Emma Hinze, Pauline Grabosch und Lea Friedrich (v.l.n.r.)
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BerlinLea Friedrich ist ein Straßenmuffel, wenn es ums Radfahren geht. „Die langen Kanten draußen bei Wind und Wetter mag ich nicht“, sagt die blonde Frau aus Mecklenburg-Vorpommern. „Darum“, fügt sie lächelnd hinzu, „bin ich ja auch Bahnrad-Sprinterin geworden“. Und was für eine. Mit ihren 20 Jahren ist sie, wenn man so will, das Nesthäkchen in der deutschen Sprint-Auswahl. Doch ihre Team-Kolleginnen Emma Hinze und Pauline Grabosch sind mit ihren jeweils 22 Lenzen auch nicht gerade Rennrad-Routiniers. Was nichts an der Tatsache ändert, dass das junge Trio bei der Weltmeisterschaft im Berliner Velodrom eines der besten ist. Das jedenfalls wollen die drei schnellen Frauen an diesem Mittwoch beweisen, wenn die Team-Sprint-Finals auf dem Programm stehen. „Ich weiß, dass wir mit unseren Leistungen bei der WM mit vorn dabei sein können“, sagt Lea Friedrich. „Ich habe hart trainiert, härter hätte ich nicht trainieren können. Jetzt will ich das Beste daraus machen.“

Kristina Vogel verunglückte vor knapp zwei Jahren

Ähnlich sieht es Emma Hinze: Nach den zuletzt vielen guten Weltcuprennen habe sie einige Erwartungen: „Vor allem beim Teamsprint. Da liebäugele ich mit einer Medaille“, sagt die Frau, die nach Aussage ihres Trainers Detlef Uibel die weltweit schnellste auf der zweiten Runde im Teamsprint ist. Dennoch warnt der Trainer vor zu viel Vorschuss-Lorbeer: „Die Mädels sind hoch motiviert, aber noch sehr jung. Ich hoffe nicht, dass sie zu viel wollen und dabei überpacen.“

Nachdem Kristina Vogel vor knapp zwei Jahren schwer verunglückt war, fürchteten viele, dass diese Lücke jahrelang nicht zu schließen ist. Doch Hinze, Grabosch und Friedrich haben es verblüffend schnell geschafft, die deutschen Sprinterinnen in die Weltelite zurückzuführen. Alle drei hatten als Juniorinnen reihenweise Weltmeistertitel eingefahren. Allein Lea Friedrich siegte bei der U23-WM 2018 viermal. Ein Glück, dass der Großvater einer Freundin ihr Talent entdeckte und sie mit jungen Jahren zum Radsport lockte. Zuvor hatte sie für die Fußball-Frauen des SV Dassow jede Menge Tore geschossen. Das Stürmen hat sie offensichtlich nicht verlernt.