Coach Julian Nagelsmann sieht ein für sein Team doch eher seltenes 0:0.
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Wolfsburg/BerlinRB Leipzig hat im Rennen um die deutsche Fußball-Meisterschaft erneut zwei Punkte verloren. Eine Woche nach dem Unentschieden gegen Bayer Leverkusen spielte der Bayern-Verfolger auch am Sonnabend nur 0:0 bei einem zeitweise sehr starken VfL Wolfsburg. Sollte der Tabellenführer Bayern München am Sonntag sein Heimspiel gegen den FC Augsburg gewinnen, würde er den Leipzigern schon auf fünf Punkte enteilen. 

Die Roten Bullen entwickelten 90 Minuten lang zu wenig Gefahr und Durchschlagskraft, um dieses Spiel zu gewinnen. Eine dicke Chance für den Spanier Angelino in der 37. Minute: Gemessen an den deutlich mehr Spielanteilen, die die Leipziger in dieser Partie besaßen, war das keine meisterschaftswürdige Ausbeute. Ein Grund dafür mag auch gewesen sein, dass Trainer Julian Nagelsmann seinen besten Stürmer Timo Werner auch mit Blick auf das Champions-League-Achtelfinale gegen Tottenham Hotspur eine Stunde auf der Bank ließ. „Er hat in den letzten zwei Wochen nur eine Einheit gemacht. Wir haben am Dienstag ein Champions-League-Spiel, das spielt auch ein bisschen rein“, sagte Nagelsmann in einem Sky-Interview. Werner hatte zuletzt muskuläre Probleme im Oberschenkel.

Kläglich übers Tor geschossen

So konsequent wie die Wolfsburger verteidigten und den Favoriten auch immer wieder mit schnellen Kontern piesackten, hätte der 24 Jahre alte Nationalstürmer in der ersten Hälfte auch nicht viel Spaß an diesem Spiel gehabt. Denn der VfL zeigte vor 27 195 Zuschauern genau das, was Trainer Oliver Glasner eigentlich schon seit dem Beginn dieser Saison immer sehen möchte: Ein energisches Zweikampfverhalten, das nach Ballgewinn in möglichst direktem Spiel in die Spitze mündet. So kamen die Wolfsburger in der ersten Halbzeit zu zwei guten Schusschancen für Paulo Otavio (7.) und Admir Mehmedi (39.). Zwei aussichtsreiche Situationen für ihren Torjäger Wout Weghorst wurden von den Leipzigern dazu noch in der Entstehung unterbunden.

Für den Tabellenzweiten sprach in diesem Spiel, dass er den Niedersachsen mit dem Ball am Fuß überlegen war. Leipzig hatte deutlich mehr Ballbesitz und Leipzig war auch bereit, geduldig nach Lücken in der Wolfsburger Defensive zu suchen. So bekam Angelino in der 37. Minute auch die mit Abstand beste Chance des Spiels, als er den Wolfsburger Aushilfsverteidiger Renato Steffen im Strafraum ausspielte, dann aber kläglich über das Tor schoss.

Einwechslungen zeigen keine Wirkung

Der Leipziger Druck wurde nach der Pause noch größer und die Wolfsburger Entlastung seltener. Dazu holte Nagelsmann zeitgleich von der Bank: Den 20-Millionen-Euro-Einkauf Dani Olmo und den in dieser Bundesliga-Saison schon 21 Mal erfolgreichen Werner. Mehr Durchschlagskraft bekam das Spiel von RB dadurch aber nicht. Denn die Gäste kamen trotz aller Überlegenheit nicht viel weiter als bis zum Wolfsburger Strafraum. Ein Schuss von Marcel Sabitzer (61.) und ein Kopfball von Patrik Schick in der Nachspielzeit: Mehr ließ der VfL nicht zu.

Trainer Nagelsmann tat mit seinen Einwechselungen alles, um den Anschluss an den FC Bayern nicht zu verlieren. Bei seinem Team hatte man in der zweiten Halbzeit nicht mehr dieses Gefühl. In der 89. Minute hatte Xaver Schlager sogar noch den Wolfsburger Siegtreffer auf dem Fuß.