Berlin - Sorgen waren Hansi Flick nicht anzusehen. Doch der Münchner Erfolgscoach muss beim Titelverteidiger einige knifflige Personalfragen beantworten, bevor er mit dem FC Bayern durch den nächsten Sieg der Rekordserie vorzeitig in die K.-o.-Runde der Champions League einziehen kann. „Es ist absolut unser Ziel, dass wir den Achtelfinal-Einzug perfekt machen“, sagte Flick. Auf die Frage nach personellen Varianten angesichts von fünf Ausfällen gegen RB Salzburg lächelte Flick und schüttelte den Kopf. Er wolle da „nicht mit dem offenen Blatt spielen“.

Die Viererkette und das defensive Mittelfeld als Erfolgsfaktoren aus der Triple-Saison müssen am Mittwoch (21 Uhr) gegen die im Hinspiel trotz einiger Abwehr-Anfälligkeiten mit 6:2 bezwungenen Österreicher umformiert werden. Außer Joshua Kimmich und dem länger verletzten Alphonso Davies fehlen Bouna Sarr und Corentin Tolisso wegen muskulärer Probleme. Der im Nationalteam beim 0:6 gegen Spanien eingesetzte Niklas Süle hat nach Ansicht von Flick noch zu großen Trainingsrückstand. „Niklas hat wahnsinnige Qualitäten, und die brauchen wir dann, wenn er 100 Prozent fit ist“, sagte Flick.

Kimmich fehlt schmerzlich in der Zentrale

Hoffnung bestand immerhin auf einen Einsatz vom im Vorjahr für 80 Millionen Euro verpflichteten Rekordeinkauf Lucas Hernández. Der Verteidiger war beim 1:1 gegen Bremen wegen einer Beckenprellung ausgewechselt worden. Angesichts von acht Spielen in 25 Tagen kann Flick bei den Personal-Rochaden aber nichts riskieren. Das muss er auch nicht, da die Situation nach drei Siegen in drei Königsklassen-Spielen komfortabel ist. Neben einem eigenen Sieg könnte auch ein Remis für den schnellen Achtelfinal-Einzug reichen, wenn Moskau nicht bei Atlético Madrid gewinnt.

„Das ist unser Ziel, wir möchten gewinnen und uns damit qualifizieren. Wir haben eine starke Serie in der Champions League, da möchten wir selbstverständlich anknüpfen“, erklärte Leon Goretzka, dessen Rolle ohne den schmerzlich vermissten Kimmich in der Zentrale noch wichtiger als ohnehin ist. „Wir haben den Anspruch, das auffangen zu können.“

Beim Abschlusstraining im diesigen München rückte Goretzka schon mal in den Mittelpunkt, als er für einen Fehler beim Aufwärmspielchen Ohrschnipser der Kollegen abbekam. Wen Flick neben ihm aufbietet, bleibt offen. Javi Martínez ist sowohl für die Innenverteidigung als auch für das defensive Mittelfeld ein Kandidat. „Kreativ“ wolle man die Positionen in Abwehr und Zentrale besetzen, kündigte Flick an. Vielleicht bietet das eine überraschende Chance für Chris Richards, 20, der in der Bundesliga schon gegen Hertha BSC in der Startelf stand.