Leroy Sané: Darum buhlen die Profis des FC Bayern um den Nationalspieler, Leon Goretzka sagt, er freut sich brutal

In der beliebten Reihe "Dieser Münchner Bayer freut sich auf Leroy Sané" hat sich nun ein weiterer Fußballprofi zu Wort gemeldet: Leon Goretzka teilte via Bildzeitung mit:  „Wir würden uns alle brutal drüber freuen, wenn er kommt.“

Leon Goretzka stammt aus Bochum, und was der Bochumer als solcher im Zusammenhang mit Freude unter "brutal" versteht, ist nicht ganz klar. Im Bayrischen allerdings heißt "brutal" so etwas wie "ganz doll". Derzeit buhlt also der FC Bayern brutal um Leon Sané. Zu dem brutalen medialen Kleinkrieg gehört, in Wellen Profis sich brutal auf den 23-Jährigen Offensivspieler freuen zu lassen. Das hat natürlich brutal gute Gründe.

Guardiola, ein brutaler Kerl?

Leroy Sané ist ein deutscher Nationalspieler. Wie Leon Goretzka und Joshua Kimmich und Niklas Süle und Leon Goretzka und Serge Gnabry. Sie alle haben das Nachwuchsprogramm des Deutschen Fußball-Bundes durchlaufen, haben in Junioren-Teams schon für den DFB gespielt, sie alle würden jetzt unter dem Dach des Münchner Branchenprimus brutal vereint.

Für Leroy Sanés Wechsel spricht nicht nur die brutale Freude im potenziell aufnehmenden Verein, sondern auch seine Situation bei Manchester City. Zur Meisterschaft in der Premier League konnte der gebürtige Essener zwar in 31 Spielen seinen Beitrag leisten, doch nur in 21 Spielen als Mitglied der Startformation. Trainer Pep Guardiola setzte andere Prioritäten. Ein brutal brutaler Kerl, dieser Guardiola, vielleicht. Er setzte jedenfalls stärker auf Raheem Sterling, Bernardo Silva und Riyad Mahrez.

Dass Sané dennoch zehn Tore erzielte und ebenso viele Assists vorweisen kann,  spricht für ihn, sicher auch aus Sicht des FC Bayern, der ihm öfter Gelegenheit einräumen dürfte, von Beginn an das Spiel brutal zu beleben. Schließlich hatten die Verantwortlichen, allen voran Uli Hoeneß, dem Team der vergangenen Saison einen Mangel an Frische attestiert.

Brutales Tempo

Die würden die Münchner durch Sané bekommen. Sein brutales Tempo, seine brutalen Geistesblitze hat er in der Nationalmannschaft bewiesen. Zu seinem Leidwesen aber auch, dass Genie und Wahnsinn Nachbarn sind, die - kommen sie zusammen - nicht immer nur Gutes bewirken.

Bundestrainer Joachim Löw jedenfalls ließ den Linksaußen bei der WM 2018 in geradezu brutaler Weise zu Hause. Ein Fehler, ein brutaler, klar, aber im Nachhinein sagt sich das so leicht. Zumal Sanés Auftritte im Nationalteam nicht an die im Trikot von Manchester City heranreichten und sein Auftreten im Trainingslager vor dem Weltturnier nicht immer das disziplinierteste gewesen sein soll.

Ist er inzwischen brutal gereift? Diese Frage werden sich die Bayern gestellt und ihre Antwort gefunden haben. Sie sollen bereit sein, 80 Millionen Euro Ablöse zu zahlen für den Wunschspieler, der noch einen Vertrag bis Sommer 2021 in Manchester hat. 100 Millionen sind angeblich aufgerufen. Brutal viel, stöhnt Uli Hoeneß. Der schwäbische Hausmann an der Spitze des Klubs rühmt sich eines brutal gefüllten Festgeldkontos, allzu brutal antasten aber will er es offenbar nicht.

Das am brutalsten Brutale an der augenblicklichen Spekulationsblase ist, dass sie vermutlich nicht so schnell platzen wird. Leroy Sané will nämlich erst mal Urlaub machen und sich dann erst äußern. Aber das ist ja auch brutal schön, der Urlaub. Und das Schweigen in eigener Sache. Das wird die Vorfreude in München noch einmal steigern. Und zwar so was von brutal.